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  • 2013.25.08.

Huber oder Bous?

Huber oder Bous? Hanno Franke, Zuchtwart beim  Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverband (SSZV),  hält das Lesegerät an die elektronische Ohrmarke des Schafes und nennt die Nummer, die das  Gerät zeigt. „Huber“, ruft Dr. Regina Walther, SSZV-Zuchtleiterin, nach einem Blick auf die Liste. Das Gatter öffnet sich und das Schaf springt zu den anderen Tieren der Gruppe, in der Bock Huber für Nachkommen sorgen soll.

Exakt 235 Mal wiederholte sich diese Prozedur, als am Mittwoch dieser Woche im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch mit Unterstützung des Schaf- und Ziegenzuchtverbandes die Anpaarungsgruppen für die diesjährige Deckzeit gebildet wurden. Die sieben Gruppen sind zwischen acht und 54 Tieren stark und sind jeweils einem der sieben zur Zucht vorgesehenen Böcke zugeteilt – drei der Rasse Merino Fleisch sowie je zwei der Rassen Schwarzköpfiges Fleischschaf und  Nolana. Am 29. August kommen die Böcke in die Herden, wo sie bis zum 10. Oktober bleiben sollen.

Die Zuteilung erfolgt in erster Linie auf Grundlage der Abstammung von Bock und Muttern, um inzestuöse Zucht zu vermeiden. „Gerade bei Rassen wie dem Merino Fleischschaf, das zu den bedrohten Rassen zählt, ist die Auswahl nicht mehr sehr groß“, erklärt Regina Walther. Umso genauer muss hingeschaut werden, damit die passenden Partnerinnen für den einzelnen Bock gefunden werden. Doch natürlich spielen auch die Leistungsmerkmale eine große Rolle. Das Ziel der Anpaarungen in Köllitsch ist in erster Linie die Erzeugung von Zuchttieren. „Da muss alles passen“, sagt die Zuchtleiterin des Verbandes. Geschaut wird auf den Pedigree – und auf die Ergebnisse der vorjährigen Deckzeit, die während der Lammbonitur im Mai ermittelt wurden. Denn erst anhand ihrer Nachkommen zeigt sich wirklich, welche  Leistungseigenschaften die Böcke in Kombination mit denen der Muttern vererben. Irren ist dabei nicht ausgeschlossen, wenn die Böcke vorher noch nicht im Praxiseinsatz waren. Das gilt auch bei guten leistungsgeprüften Tieren.

Nach der ersten Anpaarungsrunde wird eine Trächtigkeitsuntersuchung der Mutterschafe erfolgen. Tiere, die dann noch nicht trächtig sind, kommen in die zweite Runde, die Mastanpaarung, die vom 21. Oktober bis 30. Dezember dauert. Welche Böcke dann zum Zuge kommen, wird noch entschieden.

 

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