• 2015
  • 05.06.
  • 2015.05.06.

Hecken, Brachen, Zwischenfrüchte

© Karsten Bär

Der mit Linden bewachsenen Feldsaum an der Betriebsstraße nach Packisch wird als Baumreihe mit dem Faktor 2 gewichtet.

Bildergalerie: Hecken, Brachen, Zwischenfrüchte

Im Rahmen des Greenings ist die Ausweisung von Flächen, die in erster Linie Umweltzwecken dienen, für Landwirtschaftsbetriebe seit diesem Jahr verpflichtend. Eine Maßgabe, die angesichts bürokratischer Vorgaben und auch mangels Erfahrungen vielfach mit Schwierigkeiten verbunden ist.  Wie das Lehr- und Versuchsgut Köllitsch mit der Anforderung umgeht, ökologische Vorrangflächen (EFA) vorzuhalten, stellte der Betrieb vergangener Woche bei einem Feldtag des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) vor.

Bereits in den 90er-Jahren wurde auf den Flächen des LVG mit der Umsetzung eines agrarökologischen Konzeptes begonnen, in dem die Schaffung und der Erhalt von diversen Landschaftselementen und -strukturen vorgesehen sind. Ein Selbstläufer sei die nun verpflichtende Ausweisung von Vorrangflächen jedoch nicht gewesen, betonen LVG-Leiter Ondrej Kunze und Feldbauleiter Henning Stahl. Schließlich seien mit den EFA-Flächen neue Einschränkungen hinsichtlich der Bewirtschaftung oder Pflege verbunden, die einkalkuliert werden müssten. Bei einer Ackerfläche von 665 ha (Gesamtbetriebsfläche: 923 ha) hat das LVG 104 ha als ökologische Vorrangflächen ausgewiesen. Mit dem jeweiligen Faktor für das entsprechende Landschaftselement gewichtet sind dies 8 % der Ackerfläche – somit besteht etwas Spielraum zu den geforderten 5 %.

Als Greeningfläche ausgewiesen wurden unter anderem bereits bestehende Landschaftselemente wie Hecken, Feldränder und -raine. Auch eine Baumreihe entlang der Betriebsstraße nach Packisch wurde im Antrag angegeben. „Die Kehrseite ist, dass die Pflege dieser Baumreihe mit Mahd und Baumverschnitt  nun nur noch in einem bestimmten Zeitfenster vorgenommen werden kann“, verdeutlicht Betriebsleiter Kunze. Mit dem Faktor 0,3 bewertet wird die rund 10 ha große Kurzumtriebsplantage des Betriebes. Gut 13 ha sind als Brachen ausgewiesen, teils als selbstbegrünte Brache, teils mit mehr- oder einjähriger Blühmischung. Dabei kamen zum Teil verschiedene Ansaatmischungen zum Einsatz, um deren Praktikabilität zu testen. „Als LVG zählt das mit zu unseren Aufgaben“, erklärt Ondrej Kunze.

Ein Teil der 30 ha Luzerne, die der Betrieb - ohne entsprechende Zertifizierung - nach ökologischen Grundsätzen bewirtschaftet, wurde über den mit Faktor 0,3 gewichteten Anbau von Leguminosen als EFA-Fläche aufgenommen. Auch eine Erbsenfläche wurde entsprechend ausgewiesen.

Den Anbau von Zwischenfrüchten meldete das LVG für knapp 60 ha. Angebaut werden sie zwar in einem größeren Umfang, jedoch wollte man sich dabei nicht vollständig den mit ihrer Anerkennung als EFA-Fläche verbundenen Einschränkungen unterwerfen. „Für den Zwischenfruchtanbau muss schon mit Abgabe des Antrags bis zum 15. Mai angegeben werden, welche Mischung verwendet wird und welche Arten enthalten sind – ohne zu wissen, ob diese zum Aussaatzeitpunkt tatsächlich zur Verfügung stehen“, erklärt Feldbauleiter Henning Stahl, der sich daher bereits jetzt um das entsprechende Saatgut kümmert. „Und das bedeutet auch, dass bereits Mitte Mai der Anbauplan feststehen muss.“ Nachträgliche Änderungen seien zwar möglich, doch auch mit hohem bürokratischem Aufwand verbunden. Der sei schon beim Erstantrag nicht ohne gewesen, wie Ondrej Kunze ergänzt: „Der Verwaltungsaufwand bei der Beantragung ist immens.“

comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr