• 2013
  • 28.06.
  • 2013.28.06.

Hecken, Brachen, Lerchenfenster

Feldfahrt bei der LVG Köllitsch

Bildergalerie: Hecken, Brachen, Lerchenfenster


Der Ort war wohlgewählt: Das Lehr- und Versuchsgut war diesen Mittwoch Veranstaltungsort für die Tagung „Biologische Vielfalt im Ackerbau - Ökologische Vorrangflächen anlegen und bewirtschaften“, zu der das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) eingeladen hatte. Die Biologische Vielfalt ist rund um Köllitsch groß – schon seit Mitte der 90er-Jahre wird auf den Flächen des Betriebes ein so genanntes „agrarökologisches Konzept“ umgesetzt, wie LVG-leiter Ondrej Kunze den Tagungsteilnehmern erklärte. Als Demonstrationsbetrieb sollte Köllitsch anderen Praktikern zeigen, was in dieser Hinsicht machbar ist und wie es funktioniert. In diesem Zusammenhang seien unter anderem Hecken und Baumreihen gepflanzt und „ein Stück weit Landschaft umgestaltet“ worden, so der Betriebsleiter. Fester Bestandteil der Bewirtschaftung ist der Vogelschutz. Jeder Hektar bestellten Ackers erhält in der Regel zwei Lerchenfenster. Auch Kiebitzinseln werden angelegt. Blühstreifen und Brachflächen lockern die Feldschläge im Sinne des Artenschutzes weiter auf. Hinzu kommen weitere Maßnahmen, wie die späte Schnittnutzung. „Die Palette unserer Maßnahmen ist groß“, meint Ondrej Kunze.

Anders als andere Landwirtschaftsbetriebe kann das LVG als Einrichtung des Freistaates allerdings nicht von der Förderung für Agrarumweltmaßmahmen   Gebrauch machen. Die Teilflächen, auf denen die Natur Vorrang haben soll, werden als aus der Produktion genommen gemeldet, um weiter beihilfefähig zu bleiben. Nachteil dieser Verfahrensweise: Einmal jährlich müssen Blüh- oder Brachestreifen gemulcht werden. Naturschutzfachlich ist es jedoch mitunter sinnvoller, Altpflanzenbestand auf Blühstreifen über den Winter stehen zu lassen, um Vögeln Deckung und Nahrung zu bieten. Dank einer Ausnahmegenehmigung, die bei der zuständigen Naturschutzbehörde beantragt werden kann, war dies im vergangenen Jahr möglich – der Erfolg zeigte sich prompt, wie bei winterlichen Begehungen der Flächen deutlich wurde.

Selbst überzeugen konnten sich die Teilnehmer der Tagung bei einer anschließenden Feldfahrt, die zu den entsprechenden Flächen auf der Köllitscher Flur führte.

 

 

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