• 2013
  • 03.09.
  • 2013.03.09.

Gute Erträge und jede Menge Stroh

Nächste Woche geht es in den Mais: „Entgegen den früheren Prognosen sind die Bestände zügig abgereift, so dass wir schon am Montag mit der Silierung beginnen können“, sagt Heike Weiß, Bereichsleiterin Feldbau im LVG Köllitsch. 80 ha sind zu häckseln. Auf den restlichen 34 ha, die in diesem Jahr mit Mais bestellt worden waren, stand im Juni das Hochwasser. Davon betroffen war auch ein Strip-Till-Versuch.

Was der Mais an Erträgen bringt, ist schwer abzuschätzen. Wie anderswo auch, sind die Bestände in Köllitsch sehr inhomogen was ihre Wuchshöhe betrifft. Dennoch ist man zuversichtlich, ausreichend Futter bis zur nächsten Ernte zu haben.

Voll sind die Lagerhallen derzeit ohnehin. 1600 dt Heu wurden geerntet und eingelagert. An Stroh hat das LVG 7500 Ballen Stroh – das sind 10.000 dt – eingefahren. Das sorgt für Erleichterung, denn in diesem Jahr war das Stroh im Tierhaltungsbereich des LVG ziemlich knapp geworden. Um im kommenden Jahr einen Engpass zu vermeiden, hatte der Betrieb im Getreide auf den Einsatz von Halmstabilisatoren verzichtet, da die Halme nach dem langen Winter ohnehin recht kurz waren. Es war die richtige Entscheidung, wie sich zeigte. „In benachbarten Betrieben war das Getreide zur Ernte kaum so hoch wie eine Flasche“, verdeutlicht Heike Weiß. Die Strohversorgung hatte das LVG auch im Blick, als man sich entschied, den auf 10 ha angebauten Futterroggen nicht zu silieren, sondern zu dreschen. „Das Stroh müsste über den Winter reichen“,  meint Betriebsleiter Ondrej Kunze ein wenig süffisant.

Nur die Wintergerste enttäuschte

Mit den Ergebnissen der Ernte sind der Betriebsleiter und die Feldbauleiterin zufrieden. „Abgesehen von der Wintergerste“, merkt Ondrej Kunze an. Dieser Kultur, die einen Ertrag um die 50 dt/ha brachte, hat wohl der langanhaltende Winter nicht gut getan. Witterungsbedingt konnte sie erst spät gedüngt werden, die Pflanzen bestockten schlecht, in den Ähren fehlten Körner. Demgegenüber hat der Hafer mit 55 dt/ha alle Erwartungen übertroffen, „obwohl er erst spät gesät werden konnte und eigentlich auch gar nicht so aussah, als würde er diese Erträge bringen“, wie Heike Weiß meint. Traditionell wird der Köllitscher Hafer vom Sächsischen Hauptgestüt im nahen Graditz abgenommen. Doch aufgrund des hochwasserbedingten Ausfalls von zwei Dritteln der Haferfläche kann dieses Jahr kein Hafer abgegeben werden. Vielmehr wird die Erntemenge in diesem Jahr genutzt, um in sensiblen Fütterungsbereichen fusariumbelastete Wintergerste zu ersetzen.

Vor allem mit Blick auf den geringen Aufwand – es wurde nur einmal gedüngt und eine Pflanzenschutzbehandlung durchgeführt –, stellen auch die diesjährigen Weizenerträge zufrieden. Sie liegen bei 67 dt/ha. Dabei zeigte sich, dass die alten Sorten sich bewährten, die neuen hingegen ihre Versprechen nicht einzuhalten vermochten. „Die Sorten ´Impression` und ´Toras` brachten  über 70 dt/ha, die neuen Sorten lagen durchweg darunter“, stellt die Feldbauleiterin fest. Die Qualität war durchweg gut. Die DON-Werte waren in Ordnung. Fast die gesamte Weizenernte hatte Backqualität und wurde als A-Weizen anerkannt.

 

Raps rechtzeitig im Boden

Der Raps, mit 36,6 dt/ha Ertrag, wies über 40 % Ölgehalt auf. „Nur die Preise haben tagtäglich nachgegeben“, bedauert Betriebsleiter Kunze. Trotz der sich langwierig und zäh gestaltenden Ernte, die zuletzt immer wieder witterungsbedingt unterbrochen werden musste, konnte der neue Raps pünktlich gedrillt werden. „Am 23. August war er in der Erde“, sagt Heike Weiß, die daran noch vor zwei Wochen ihre Zweifel äußerte. Trotz des Mehraufwandes, den die aktuellen Versuche des Landesamtes auf Köllitscher Flur zur Reihenbreite von Raps mit sich brachten, habe technologisch und witterungsmäßig alles bestens geklappt. „Da sind wir sehr froh darüber“, zeigt sich die Feldbauleiterin erleichtert.

In dieser Woche wird nun noch Luzerne von ca. 25 Hektar Anbaufläche siliert. Dann wird der Häcksler umgebaut – und am Montag zügig in den Mais geschickt.

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