• 2015
  • 06.05.
  • 2015.06.05.

Gut prämiert

© Anja Nährig

Für den in Leipzig aufgetriebenen Fleischrindbullen, den Michael Kuhn durch den Ring führte, gab es eine 1a-Prämierung.

Auch wenn das Lehr-und Versuchsgut (LVG) Köllitsch in den Zuchtwettbewerben auf der agra keinen Champion-Titel holen konnte, darf man sich doch über einige gute Prämierungen  freuen. „Ein echter `Überflieger´ fehlte, aber in der Breite gab es viele gute Platzierung“, sagt LVG-Leiter Ondrej Kunze. „Insgesamt sind wir nicht unzufrieden.“

Erstmals war das LVG mit Schweinen auf der agra präsent. Da sich der Mitteldeutsche Schweinezuchtverband in Liquidation befindet, sprang man - neben anderen Beschickern - in diesem Jahr ein, um den Besuchern der Landwirtschaftsausstellung auf dem Leipziger Messegelände auch diese Nutztierart zeigen zu können. Eine Sau mit Ferkeln und sechs Mastläufer aus Köllitsch waren während der täglichen Tierschauen und in einem Rondell in der Tierhalle zu sehen. Die Gesamtkollektion wurde mit einem Ehrenpreis des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) prämiert.

Mit mehreren Tieren vertreten war das LVG auch beim Mitteldeutschen Fleischrindwettbewerb. In den Kategorien Kühe mit Kalb und Färsen gab es für die Köllitscher Tiere jeweils 1c-Prämierungen. Bei den Jungrindern rangierte ein Tier der Rasse Angus auf 1b. Am erfolgreichsten  schnitt ein Fleckvieh-Altbulle ab: Er wurde Rassesieger in seiner Kategorie.

Einige gute Platzierungen konnten die Köllitscher mit ihren Schafen erzielen. Je ein Stammbock und drei Zibben der Rassen Merinofleischschaf (MFS) und Schwarzköpfiges Fleischschaf (SKF) sowie drei Zibben der Rasse Nolana-Fleischschaf aus dem LVG traten bei den Zuchtwettbewerben der mitteldeutschen Schäfer an. Neben zwei 1c-Prämierungen für eine MFS-Zibbe und den MFS-Bock stehen eine 1a-Prämierung eine SKF-Zibbe und für eine Nolana-Zibbe zu Buche. Letztere wurde darüber hinaus Gesamtsiegerin aller Fleischschafrassen. Besonders geehrt wurde das LVG darüber hinaus für seine Kollektion an Nolanaschafen: Mit einem Ehrenpreis des SMUL in Gold für züchterische Leistungen. 

LVG-Schäfer Eitel Weißer (4. v. l.) präsentiert neben anderen Haltern ein Merinofleischschaf beim mitteldeutschen Fleischschafwettbewerb. Die Köllitscher Betriebskollektion bei der agra umfasste elf Tiere der Rassen Merinofleischschaf, Schwarzköpfiges Fleischschaf und Nolana-Fleischschaf. © Detlef Finger


Nichtsdestotrotz sind die Tage der Nolanazucht im LVG Köllitsch gezählt. Noch in diesem Jahr soll der Gesamtbestand verkauft werden. Mit dem Zuchtexperiment Nolana beschäftigt man sich seit 1998. Ziel war es, eine Rasse zu züchten, die einerseits gute Fleischqualitäten aufweist und sich andererseits selbst entwollt. „Dabei gab es in den letzten Jahren gute Erfolge, was vor allem viele Hobbyhalter zu schätzen wissen“, betont LVG-Leiter Ondrej Kunze. „Allerdings werden Nolanas von den Berufsschäfern kaum angenommen.“ Deshalb habe man sich entschieden, sich von den Nolanas zu trennen und stattdessen die beiden anderen am Standort gehaltenen Rassen zahlenmäßig aufzustocken.  Verkauft werden soll der Nolana-Bestand – derzeit 71 Mutterschafe, drei Stammböcke und 13 Zibben – möglichst komplett an einen Betrieb, um den Genpool zu erhalten.

Bei der Lämmerbörse an diesem Sonnabend um 10 Uhr am Schafstall des Betriebes besteht allerdings noch einmal für Hobbyhalter Gelegenheit, einzelne Nolana-Lämmer zu kaufen – was in den vergangenen Jahren stets rege angenommen wurde. Versteigert werden dabei aber ebenso MFS- und SKF-Lämmer.

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