• 2016
  • 25.04.
  • 2016.25.04.

Gut im Rennen

© Karsten Bär

Rund 100 ha Fläche waren in Köllitsch mit Mais zu bestellen. Die Aussaat sollte bis Ende dieser Woche abgeschlossen sein.

Nur in der zweiten Aprilwoche kam der Arbeitsfluss bisher etwas ins Stocken: „Die Schlechtwetter-Phase hat uns etwas zurückgeworfen“, sagt Hennig Stahl, Bereichsleiter Feldbau im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch. „Wir hatten gehofft, mit der Maisbestellung schon fertig zu sein, aber durch die 40 Millimeter Niederschlag, die in dieser Woche herunterkamen, waren die die Flächen dafür zu nass.“ Ansonsten aber läuft es im Köllitscher Feldbau in diesen Wochen wie am Schnürchen. Erfreulich ist, wie sich die Wintersaaten trotz schlechter Auflaufbedingungen aufgrund der extremen Trockenheit im September gut entwickelt haben und nach heutigem Stand gute Erträge versprechen. Und mit den Sommerungen ist man gut vorangekommen. Hafer (ca. 40 ha) und Sommergerste (9 ha) sind gedrillt und bereits gut aufgelaufen. Auch die Zuckerrüben (30 ha) keimen schon. Die Erbsen sind gesät (27 ha) und der Mais wird – mit Blick auf die aktuelle Witterung – wohl bis Monatsende im Boden sein. Dann fehlen nur  noch sechs Hektar, die mit einer in Köllitsch völlig neuen Kultur bestellt werden: Versuchsweise wird das LVG erstmals Soja anbauen.^

Bereits gesät ist auch eine Reihe von Feinsämereien, von denen ebenfalls einige bisher nicht zum Köllitscher Anbauspektrum gehörten. So wird auf einer nur 2000 m2 großen Fläche in diesem Jahr Öllein wachsen. Allerdings soll der Aufwuchs ausschließlich dekorativen Zwecken dienen. „Die Landfrauen haben uns darum gebeten“, erklärt LVG-Leiter Ondrej Kunze, der in die Vorbereitungen für das diesjährige Sächsische Landeserntedankfest eingebunden ist. Öllein ist gut zum Binden von Erntekronen und –kränzen geeignet, wird aber kaum noch angebaut. Das LVG wird interessierten Gruppen oder Einzelpersonen, die sich am Landfrauen-Wettbewerb um die schönste Erntekrone und den schönsten Erntekranz Sachsen beteiligen wollen, den Öllein zur Verfügung stellen. 

Neu angeschafft wurde eine Grünlandpflegekombination mit Striegel und Prismenwalze.Versuchszwecken dient der Anbau von Chicorée und Esparsette, die erstmals und ebenfalls auf nur einigen wenigen tausend Quadratmetern angesät wurden. Beide Kulturen haben hohe Tanningehalte, insbesondere Chicorée verfügt in der Tierernährung über eine starke eiweißstabilisierende Wirkung im Pansen. Zudem hält die Kultur bei Trockenphasen länger stand. Auch die Tanningehalte scheinen unter trockenen Bedingungen besser zu sein, weswegen das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie seine bisher auf niederschlagsreicheren Standorten in Sachsen erfolgten Versuche auf das trockenere Köllitsch ausweitet.
 

Gut vorbereitet hat sich der Betrieb während der vergangenen Tage auf die bevorstehende Silierung. Je nach Wetterlage soll schon bald mit dem Futterroggen begonnen werden, dann geht es auf dem Grünland weiter. Wie schon im Vorjahr will man früh beginnen, das habe sich bewährt, so Ondrej Kunze: „Den richtigen Zeitpunkt zu finden, ist immer ein Spagat zwischen Ertragsbildung und Qualität.“ Und nicht zuletzt muss immer auch das Wetter mitspielen.

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