• 2015
  • 10.08.
  • 2015.10.08.

Genetikwechsel: Bald wird wieder eingestallt

Auf Hochglanz poliert © Karsten Bär

Fast auf Hochglanz poliert wurde der Schweinestall vor dem Wechsel der Genetik.

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Erst Ende vorletzter Woche kehrte wieder etwas Ruhe ein. „Die Anspannung fällt langsam ab“, atmet Birgit Kurze, Bereichsleiterin Schweine und Schafe im LVG Kölltisch, auf. Seit Anfang Juni gab es im Schweinebereich neun Wochen lang alle Hände voll zu tun, um die Anlage auf den bevorstehenden Wechsel von der bisher genutzten mitteldeutschen Genetik auf BHZP-Genetik vorzubereiten. Eine umfassende Reinigung, verbunden mit Reparaturen sowie dem Austausch vieler einzelner Bauteile, und einige Umbauten waren vorzunehmen. Die Liste der durchgeführten Maßnahmen wurde lang – weitaus länger, als man im LVG noch zu Beginn erwartet hatte. Neben den beauftragten Firmen waren sechs eigene Mitarbeiter dauerhaft und mehrere Mitarbeiter aus anderen Betriebsbereichen zeitweilig im Einsatz. Inzwischen ist auch der letzte vorbereitende Schritt getan: Vergangene Woche desinfizierte eine Spezialfirma die für diese Zeit komplett gesperrte Anlage bis in den letzten Winkel. Vollständig leergezogen war der Stall bereits seit 10. Juli.

Nächste Woche rücken dann die „Neuen“ an. Zunächst werden insgesamt 101 Zuchtläufer in sieben verschiedenen Altersgruppen – vom 100. Lebenstag bis zur Besamungsreife – sowie zwei Eber, die der Stimulation dienen werden, eingestallt. Die Zuchtläufer werden dann auf die Besamung vorbereitet. Im September kommen drei weitere je zehn Tiere starke Gruppen tragender Sauen hinzu, sodass ab November mit den ersten Ferkeln zu rechnen ist – pünktlich, wenn die Aus- und Weiterbildung in der „Lehrwerkstatt Schwein“, wie die Anlage im LVG offiziell bezeichnet wird, wieder beginnt. Die Einstallung im September werde jedoch das einzige Mal bleiben, dass man tragende Sauen zukaufe, so Birgit Kurze. „Der Zukauf von ungedeckten Zuchtläufern hat für die Tiere den Vorteil, dass sie mehr Eingewöhnungszeit bekommen. Zudem ist es kostengünstiger“, erklärt die Bereichsleiterin. Eine eigene Remontierung werde man indes nicht realisieren können, hierfür sei die Stallanlage nicht ausgelegt. 126 Sauenplätze – aufgeteilt in sieben Gruppen zu je 18 Plätzen – bietet der Stall.

Mit der Auswahl der Genetik beschäftigt man sich in Köllitsch bereits seit Herbst vergangenen Jahres. Zuchtziele und Leistungen seien entscheidende Kriterien gewesen. „Unsere Philosophie ist es, langlebige, robuste Sauen einzusetzen, die auch selbst in der Aufzucht der Ferkel ihren Beitrag leisten“, zählt Birgit Kurze auf. Die getroffene Entscheidung werde den betrieblichen Anforderungen am besten gerecht.

Verbunden ist der Genetikwechsel auch mit einigen Veränderungen im Management des Bestandes. Bereits vorbereitet ist die Umstellung der Fütterung auf die Ansprüche der neuen Genetik. Beim in der Nähe von Stendal ansässigen Erzeugerbetrieb der Tiere, die künftig in Köllitsch stehen werden, hat man sich Behandlungsempfehlungen für die Tiere geben lassen. Gemeinsam mit der den bestand betreuenden Tierärztin werden nun neue Behandlungspläne erarbeitet. Da die Tragezeiten bei der neuen Genetik einen Tag länger sind, als bei den bisher gehaltenen Tieren, wurde auch der für Geburten vorgesehene Wochentag von Donnerstag auf Dienstag verlegt. „Das hat den Vorteil, dass die Geburten in unsere überbetriebliche Ausbildung integriert werden können“, so Birgit Kurze. „Außerdem ist die Betreuung während der kritischen ersten Tage nach der Geburt in der Woche noch besser gewährleistet.“ Kehrseite sei, dass die Besamung an Wochenenden stattfinden müsse. Um Erfahrungen im Management von Sauen dieser Genetik zu sammeln, werden zwei Köllitscher Mitarbeiter demnächst in die Lehr- und Versuchsanstalt Echdem in Niedersachsen reisen, wo man unlängst ebenfalls umgestellt hatte.

 

 

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