• 2014
  • 04.04.
  • 2014.04.04.

Fortbildung im Schafstall

© Karsten Bär

Insgesamt 13 Teilnehmer aus Sachsen und Brandenburg ließen sich von erfahrenen Schäfermeistern schulen.

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Nein, lacht Thomas Muche, Traditionspflege werde den Schäfern leider nicht bezahlt. Trotzdem kann es nützlich sein, auf die traditionellen Handgriffe in der Schäferei zurückzugreifen. Der Hordenring, den der Schäfermeister aus Rietzschen gerade dreht, ist ein Beispiel dafür. „Den kann man immer wieder verwenden“, sagt er. Benutzt wird der Hordenring aus Hanfstricken, um Horden – also Holzgestelle zum Herstellen von Stietzen und Stallabteilen  - miteinander zu verknüpfen. Die Verbindung ist stabil, aber schnell auch mit nur einer freien Hand wieder zu lösen. „Heute nimmt man häufig Kunststoffstricke dazu“, erklärt der Schäfermeister. „Die werden durchgeschnitten und sind danach nicht mehr brauchbar.“

Reproduktion stand im Fokus

Wie man einen Hordenring dreht und benutzt, zeigte Thomas Muche am Donnerstag den Teilnehmern einer Praktikerschulung für Schäfer im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch. Thematisch ging es dabei um Ablammung und Reproduktion, wobei das Herstellen der Hanfkordeln zum Verbinden der Horden freilich nur ein kleines Detail darstellte. „Die Teilnehmer lernen, wie man Stietze baut, Nabelbehandlungen durchführt, Mutterschaf und Lamm nach dem Ablammen behandelt und weitere Dinge, die in diesem Zusammenhang von Belang sind“, erklärt Carola Förster vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), das die Fortbildung organisierte. 13 Teilnehmer zählte die Veranstaltung, unter ihnen waren neben Schäfern, die sich derzeit auf die Meisterprüfung vorbereiten, auch Männer und Frauen, die einen Sachkundenachweis erwerben wollen, oder sich aus privatem Interesse fortbilden möchten.

Versierte Praktiker gefragt

Da es vor allem um die Vermittlung praktischer Fähigkeiten ging, waren auch gestandene Praktiker wie Thomas Muche als Lehrkräfte gefragt. Drei Schäfermeister besetzten die verschiedenen Stationen im Köllitscher Schafstall, um den Teilnehmern der Schulung Kenntnisse zu vermitteln und gemeinsam mit ihnen zu üben. „Alles erfahrene Leute, die Routine haben“, betont Carola Förster.

Unter den Teilnehmern selbst fand sich auch Samuel Mieth, der im LVG Köllitsch im Schafbereich arbeitet. Er bereitet sich derzeit auf die Prüfung zum Schäfermeister vor. Nicht nur deshalb dürfte er in der Schulung die Ohren besonders gespitzt haben – mit großer Wahrscheinlichkeit  wird er in den kommenden Jahren hier in Köllitsch selbst Wissen an Teilnehmer von Fortbildungen vermitteln.

Karsten Bär

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