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  • 2018.09.11.

Es ging um die Wurst

uroren: Kurt Härtel (Mitte), Ehrenlandesinnungsmeister der sächsischen Fleischer, Dr. Manfred Golze (l.) und LVG-Leiter Ondrej Kunze mit Gutsfleischwurst

Kostproben ©Karsten Bär

Kostproben gab es nicht nur für Juroren: Kurt Härtel (Mitte), Ehrenlandesinnungsmeister der sächsischen Fleischer, lässt Dr. Manfred Golze (l.) und LVG-Leiter Ondrej Kunze von einer Gutsfleischwurst kosten.

Im wahrsten Wortsinn ging es im Lehr- und Versuchsgut (LVG) Köllitsch vergangene Woche um die Wurst – um 70 verschiedene Würste einschließlich einiger Schinken, um genau zu sein. Diese Auswahl lag den Juroren des Qualitätswettbewerbes „Wurst- und Fleischprodukte von der Weide“ zur Bewertung vor.

 

» Bild links: Je zwei Fleischermeister verkosten und bewerten die eingereichten Produkte anhand eines Kriterienkataloges. ©Karsten Bär


Der Wettbewerb, zu dem der Sächsische Fleischerinnungs-Verband (SFIV) und das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft gemeinsam mit dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) einladen, findet mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung bereits seit 15 Jahren statt. Ziel ist die Absatzförderung regional erzeugter Lebensmittel, denn neben Handwerksfleischern sind insbesondere Direktvermarkter aus Sachsen aufgerufen, ihre Produkte zur Bewertung vorzulegen. In Köllitsch wird bereits seit einigen Jahren die Verkostung vorgenommen. „Das LVG eignet sich hervorragend für die Durchführung“, sagt Betriebsleiter Ondrej Kunze mit Verweis auf das vorhandene Lehrkabinett für Fleischverarbeitung und den Kühlraum.

 

Die 70 in diesem Jahr eingereichten Produkte der Kategorien Rohwurst, Brüh- und Kochwurst, Schinken sowie Kochpökelwaren wurden von 13 Herstellern eingereicht, unter denen die Direktvermarkter mit insgesamt acht Teilnehmern sogar die Mehrheit bilden. Voraussetzung für die Teilnahme war, dass das verarbeitete Fleisch nachweislich von Weidetieren stammen musste, die größtenteils mit hofeigenem Futter gefüttert wurden. Wurst vom Rind, Schaf, Wild, Strauß und von der Gans sowie im geringeren Umfang auch vom Schwein wurde bewertet. Die Verkostung nahmen acht Handwerksfleischermeister aus ganz Sachsen nach dem Prüfschema des Deutschen Fleischerverbandes vor – angefangen von der äußeren Beschaffenheit des Produkts über Farbe und Konsistenz bis hin zu Geruch und Geschmack.

» Bild rechts: Bewertet wurde nach dem Prüfschema des Deutschen Fleischerverbandes. ©Karsten Bär

 

Organisatorisch mit von der Partie war der lange Jahre als Referent für extensive Haltung in Köllitsch tätige und auch in Fragen der Direktvermarktung versierte Dr. Manfred Golze. „Bei den ersten Wettbewerben waren eindeutig die Fleischer vorn“, erinnert er sich. Doch das habe sich geändert und auch die Direktvermarkter seien immer besser geworden – was Golze auch auf die Teilnahme am Wettbewerb und dem damit verbundenen Erfahrungsgewinn zurückführt. Inzwischen teilen sich Fleischer und Direktvermarkter die besten Prämierungen, die – neben Gold-, Silber- und Bronzemedaillen – auch für das jeweils beste innovative und beste tradi­tionelle Produkt vergeben werden.

 

Als ein Direktvermarkter erstmals mit dabei war Marcus Reißig vom Straußenhof Striegistal, der eine Leberwurst, ein Frühstücksfleisch, eine Salami und einen Schinken vom Strauß zur Bewertung einreichte. Auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht hatte ihn Manfred Golze, der Direktvermarktern auch die Werbewirksamkeit einer Medaille empfiehlt. Übergeben werden die Medaillen allerdings erst Anfang Februar kommenden Jahres beim Verbandstag der Fleischerinnung in Leipzig.

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