• 2015
  • 16.01.
  • 2015.16.01.

Ernte im Januar

© Karsten Bär

Auf der Hälfte der Köllitscher Kurzumtriebsplantage wurde der inzwischen zweite Umtrieb geerntet. Das LVG griff dabei wieder auf die Dienstleistungen des der Agrartechnik Sachsen GmbH aus Ebersbach zurück.

Bildergalerie: Ernte im Januar

Zunächst sah alles nach einem reibungslosen Ablauf aus: Am Vormittag hatte der mit einem speziellen Vorsatz ausgestatte Häcksler bereits die ersten Bahnen über die Köllitscher Kurzumtriebsplantage (KUP) gezogen und auch am frühen Nachmittag vor den Teilnehmern einer Fachtagung des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) im praktischen Einsatz eindrucksvoll die Energieholzernte demonstriert. Doch kurz bevor das Publikum die Szenerie verließ, geriet offenbar ein Fremdkörper ins Schneidwerk – und brachte die Ernte vorerst zum Erliegen. Ein Ersatzteil musste beschafft werden, erst heute sollte der Häcksler wieder einsatzbereit sein.

 

Gute Häckselqualität

So ärgerlich die Havarie nach Beerntung eines knappen Viertels der Gesamtfläche auch ist: Was bislang an Holzhackschnitzeln vom Feld gefahren werden konnte, scheint einen guten Ertrag zu versprechen. Und auch die Häckselqualität kann sich sehen lassen, wie an der Tagung teilnehmende Experten bestätigten.  Ob die Ergebnisse tatsächlich Grund zur Freude geben, wird allerdings erst nach Abschluss der Ernte und nach Ermittlung der eingebrachten Trockenmasse feststehen. 2012 waren im Durchschnitt der angebauten Sorten (sieben Pappelsorten und eine Weidensorte) nach drei- bis vierjährigem Umtrieb knapp 25 t Trockenmasse je Hektar geerntet worden – für den Anfang nicht schlecht, wie Betriebsleiter Ondrej Kunze damals einschätzte, aber noch unter den angepeilten Zielgrößen. Benötigt wird das Energieholz für den Betrieb einer Hackschnitzelheizung, die einen Teil des Lehr- und Versuchsgutes mit Wärme versorgt. Perspektivisch soll gut die Hälfte des benötigten Substrats auf der betriebseigenen KUP erzeugt werden.

Versuche zu Lagerung und Trocknung

Vor allem aber dient der Köllitscher Energieholzanbau der Demonstration, wie KUP in der Praxis betrieben und die gesamte Prozesskette gestaltet werden können. Hierzu zählt nicht zuletzt die Lagerung der Hackschnitzel. Dazu werden im LVG mit dem diesjährigen Ertrag drei Varianten erprobt. Wie bereits in den vergangenen Jahren wird ein Teil der Ernte in ein Fahrsilo gebracht. Dort kommt zum einen das sogenannte Domtrocknungsverfahren zum Einsatz, bei dem Zuluftröhren in die Miete geführt werden und Abluftdome die Feuchtigkeit aus der Miete befördern. Um Einträge von Niederschlagswasser zu verhindern, sind die Hackschnitzel mit einem atmungsaktiven Vlies abgedeckt. Der zweite Teil der im Fahrsilo gelagerten Menge wird lediglich mit Vlies abgedeckt – was sich in der Vergangenheit ebenfalls recht gut bewährt hat. Vorteil der Lagerung im Fahrsilo: Die Außenwände verringern die Zufuhr von Sauerstoff in die Miete und damit die Entstehung chemischer Prozesse, die den Masseverlust begünstigen. Weiterhin soll eine freiliegende Miete angelegt werden, die eine bestimmte Kubatur aufweist und ebenfalls mit Vlies abgedeckt wird. Untersucht werden soll, wie sich in den einzelnen Lagervariante der Wassergehalt der Hackschnitzel und der Masseverlust entwickeln.

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