• 2014
  • 29.12.
  • 2014.29.12.

Ein bewegtes Jahr

© Karsten Bär

Nach einem milden Winter ging es früh mit den ersten Feldbauarbeiten los.

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Winter gab es 2014 nur dem Kalender nach. Kaum Frost, kaum Schnee, das Frühjahr begann zeitig. Entsprechend früh ging es im LVG mit den ersten Feldbauarbeiten los. „Ein perfekter Start“, meint Ondrej Kunze. Auswinterungsschäden waren nicht zu verzeichnen. Und recht günstig zeigte sich auch der weitere Jahresverlauf hinsichtlich der Witterung. „Gewöhnlich leiden wir unter großer Frühsommertrockenheit“, erklärt der Betriebsleiter. „Aber in diesem Jahr waren die Niederschläge für Köllitscher Verhältnisse sehr gut verteilt.“ Auch wenn in Summe mit 557 mm pro Quadratmeter kaum mehr als die üblichen 540 mm fielen, kam der Regen doch meist zur rechten Zeit. Entsprechend zeigten sich auch die Erträge, die über dem betrieblichen Durchschnitt lagen. Teils recht große Bandbreitenbei einzelner Flächen eingeschlossen, die auch durch verschiedene Versuchsanstellungen auf den Flächen bedingt sind, wurden 81 dt/ha Wintergerste, 77 dt/ha Winterweizen und 42 dt/ha Winterraps geerntet. Was die Zuckerrüben brachten, wird sich erst nach Ablieferung an die Zuckerfabrik im Januar zeigen.

 

Eher durchwachsen waren die Ergebnisse in der Tierhaltung. In der Milchproduktion zeitigte das Flutjahr 2013 seine Wirkungen: Damals war ein Drittel der Maisanbaufläche überschwemmt worden, was Auswirkungen auf die diesjährige Futterversorgung hatte. „Keine Kuh musste hungern, aber eine optimale Fütterung war nur schwer zu erreichen“, so der Betriebsleiter. Die Milchleistung lag 2014 bei  9500 kg Milch je Kuh und Jahr – deutlich weniger als im Jahr zuvor. Sehr gute Kennzahlen wurden hingegen bei den Fleischrindern erreicht. Insbesondere die Rassen Limousin und Angus wiesen hohe Zunahmen auf.

 

In der Ferkelerzeugung zeigten die Leistungszahlen eine hohe Spannbreite. Seit 2000 erfolgte der  der praktizierte Zukauf tragender Jungsauen aus verschiedenen Beständen, was sich ungünstig  auf den Gesundheitsstatus auswirkte. Hierbei erhofft sich der Betrieb Besserung durch den für Sommer geplanten Genetikwechsel, durch den der Zukauf der Tiere aus einem einzigen Bestand möglich wird. Im Mastbereich waren die Leistungszahlen hingegen sehr gut. „Darauf sind wir stolz“, betont Ondrej Kunze. Ebenso wie auf die Kennzahlen zum Antibiotikaeinsatz: Der Köllitscher Therapieindex liegt in allen Haltungsabschnitten deutlich unter dem QS-Durchschnitt.

 

Den Köllitscher Tierbestand wird ab dem kommenden Jahr eine neue Nutztierart ergänzen: Der Bau des Lehrbienenstandes ist inzwischen recht weit fortgeschritten. Ab März/April kommendes Jahres soll er in Betrieb genommen werden und zur Ausbildung von Imkern, aber auch von Landwirten dienen. Weitere kleinere Baumaßnahmen an Gebäuden und Einrichtungen wurden durchgeführt, die bereits im Vorjahr begonnene Sanierung einer Maschinenunterstellhalle ist erst kürzlich abgeschlossen worden. Mit den Planungen für die neue „Lehrwerkstatt Milchkuhhaltung“ wird aktuell der auf absehbare Zeit größte Investitionsbrocken im LVG vorbereitet. Im Juni hatte der damals noch amtierende Agrarminister Frank Kupfer den Startschuss für die Planungsphase des Milchviehstalls gegeben. Die Planungen sind indes kein leichtes Unterfangen, gilt es doch, neben optimalen Produktionsbedingungen auch Anforderungen im Hinblick auf Forschung, Demonstration und Ausbildung praktikabel umzusetzen.

 

Im Bereich der beruflichen Bildung konnte das LVG 2014 eine leichte Zunahmen von Auszubildenden verzeichnen, die an Lehrgängen der überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) teilnahmen. „Darauf kann man sich allerdings nicht ausruhen“, betont der Betriebsleiter. Schließlich sei die ÜBA in der Lehrlingsausbildung keine Pflicht – die Betriebe schicken ihre Azubis nur, wenn die Qualität der Kurse stimmt. Weiterhin erfreute sich in Köllitsch der Bereich der Fort- und Weiterbildung starker Nachfrage. Die Gesamtauslastung der Angebote zur beruflichen Bildung lag  2014  bei über 10.000 Teilnehmertagen. Immer wieder gibt es auch neue Nutzer der Bildungsangebote in Köllitsch, wie etwa die Fachhochschule Neubrandenburg, die in diesem Jahr erstmals Studenten ins LVG schickte. „Derzeit bahnt sich eventuell eine intensive Zusammenarbeit mit ungarischen Partnern an“, sagt Ondrej Kunze. Auf der Suche nach neuen Zielgruppen für die berufliche Bildung wird das LVG auch 2015 sein.

 

Ansonsten steht auf der Liste der Arbeitsschwerpunkte im neuen Jahr die Planung des neuen Milchviehstalls an oberster Stelle. Ziel ist es, eine Lösung zu finden, die möglichst wenige Kompromisse erfordert. In der Milchproduktion gilt es, die Leistung zu stabilisieren und weitere Parameter wie die Fruchtbarkeitskennzahlen zu verbessern. Im Feldbau will das LVG sich verstärkt der Demonstration von standortangepassten Lösungen widmen. Nicht zuletzt steht auch die weitere Umsetzung des „Betriebsplans Natur“, der Naturschutzziele in die Betriebsstrategie integriert, 2015 auf dem Programm. Auch im neuen Jahr, so viel steht fest, wird sich in Köllitsch wieder viel bewegen.  

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