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  • 02.10.
  • 2014.02.10.

Die Milch macht´s

© Karsten Bär

Einer Sau wird Kolostrum abgenommen. Im Versuch soll die Wirkung von Kuhkolostrum mit dem von Sauen verglichen werden.

Je kleiner das Ferkel, umso größer das Verlustrisiko: Ferkel, die bei der Geburt leichter als 1000 Gramm sind, haben eine statistische Überlebensrate von nur rund 65 %. „Mit abnehmendem Gewicht steigt die Verlustrate weiter an“, sagt Dr. Eckhard Meyer, Fachreferent für Schweinehaltung im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in Köllitsch. „Wiegt ein Ferkel weniger als 500 Gramm, hat es kaum noch eine Chance.“ Kleinere Ferkel werden heute indes häufiger geboren:  Die Züchtung der Sauen auf das Merkmal Fruchtbarkeit führt zwar zu größeren Würfen, in Folge aber auch zu einem größeren Anteil  an Ferkeln , die mit geringerem Geburtsgewicht auf die Welt kommen. Wie sich das Verlustrisiko kleinerer Ferkel reduzieren lässt, wird derzeit im Rahmen eines Versuches im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch betrachtet.

Für einen guten Start ins Leben benötigen Ferkel zweierlei: Wärme und Kolostralmilch. Für die Wärme ist in den Ferkelnestern der Abferkelbuchten gesorgt, das Kolostrum liefert die Sau. Doch an das muss ein schwaches Ferkel kurz nach der Geburt erst einmal kommen. Hier kann der Halter unterstützend eingreifen, etwa durch die Gabe von diversen am Markt angebotenen Energie- oder Vitamin Präparaten. „In Versuchen hat sich gezeigt, dass diese Präparate im Grunde keine Effekte bringen“, so Meyer.  Wolle man die Verlustrate kleiner Ferkel senken, müsse man ihnen Kolostrum zuführen. „Das ist zu sehen wie eine ´Anschubfinanzierung´ für die Ferkel, sich selbst zu helfen“, erklärt der Fachmann. Kolostrum von der Sau zu gewinnen, sei zwar möglich, aber aufwändig. Im Rahmen des Versuches wird daher getestet, inwiefern die Gabe von Kuhkolostrum die gleichen Effekte wie das der Sau bewirkt. Hierzu sollen Ferkel mit einen Geburtsgewicht unter 1000 Gramm unmittelbar nach der Geburt sowie am zweiten Lebenstag je 25 Milliliter Kuh- oder Sauen-Kolostrum erhalten. „Als Startgabe dürfte das genügen, um sich den weiteren Bedarf direkt bei der Muttersau zu holen“, hofft Eckhard Meyer. Ob es tatsächlich funktioniert, muss der Versuch zeigen, der zunächst  über vier bis fünf Abferkeldurchgänge laufen soll.

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