• 2012
  • 11.08.
  • 2012.11.08.

Der letzte Weizen lässt sich Zeit

Die letzten 50 ha Weizen lassen sich Zeit. 20 ha Sommerweizen wollen einfach nicht reif werden, 30 ha Winterweizen sind noch zu feucht, um gedroschen zu werden. „Eigentlich hätte die Ernte schon abgeschlossen sein können“, bedauert LVG-Leiter Ondrej Kunze. Doch was nicht ist, das ist nicht. „Wir brauchen noch ein paar warme Tage, dann ist der Rest an einem Tag gedroschen.“

Weil es immer wieder regnete, stehen seit vergangener Woche Donnerstag die Mähdrescher still. Doch die Zeit ist nicht ungenutzt verstrichen.  Stroh wurde gewendet oder reingeholt. „Stroh ist dieses Jahr Mangelware, da ist jeder Halm wichtig“, macht der Betriebsleiter deutlich. Auch Gülle wurde gefahren und auf die Stoppeln ausgebracht. Vorgeschrieben ist es seit diesem Jahr, die Gülle innerhalb von vier Stunden nach Ausfahren einzuarbeiten. Das zu garantieren und logistisch abzusichern, erfordert ein durchdachtes Vorgehen.  „Das ist uns gut gelungen“, meint Kunze.

Weiterer Arbeitsschwerpunkt ist die Aussaat von Zwischenfrüchten, was in enger Abstimmung mit der Fachabteilung „Pflanzliche Erzeugung“ des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) erfolgt. Dabei kommen verschiedene Sortenmischungen zum Einsatz, darunter solche mit dem poetischen Namen „Bienenschmaus“, die noch in diesem Jahr für Nahrung für die Bienen sorgen soll. Auch eine eigene Köllitscher Mischung kommt zum Einsatz, für die Saatgutreste verwendet wurden. Bewährt sich diese Mischung, wäre sie eine kostengünstige Alternative. Bewähren können sich auch die Lehrlinge beim Drillen der Zwischenfruchtsaat. „Gewöhnlich kommt es beim Drillen sehr auf Genauigkeit an, um Fehlstellen zu vermeiden. Das ist bei den Zwischenfrüchten nicht so wichtig“, schildert LVG-Leiter Kunze. Für die Lehrlinge ist es deshalb eine gute Gelegenheit, die Arbeit mit der Drillmaschine kennenzulernen und hierbei Erfahrungen zu sammeln.

Verstärkt geht es demnächst in Köllitsch in die Rapsaussaat. Und dies erstmals mit dem Verfahren der Einzelkornaussaat. „In Praxisbetrieben ist das bislang kein Standard“, sagt Kunze. „Wir wollen es testen und dabei auch verschiedene Reihenabstände ausprobieren.“ Gearbeitet werden soll dabei sowohl mit eigener als auch mit von Herstellern geliehener Technik. Begleitet von den Kollegen aus der Fachabteilung „Pflanzliche Erzeugung“ soll geschaut werden, wie das Verfahren funktioniert. Kommendes Jahr im Juni wird dazu ein Feldtag in Köllitsch stattfinden, der Praktikern die Erfahrungen des LVG nahebringen soll.

 

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