• 2014
  • 23.09.
  • 2014.23.09.

Den Ernstfall geprobt

© Karsten Bär

An der Brandschutzübung beteiligten sich Freiwillige Feuerwehren aus drei Köllitscher Nachbarorten.

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Ondrej Kunze wusste es schon einen Tag vorher: „Morgen brennt´s in unserer Biogasanlage“, war er sich am Freitag der vergangenen Woche  sicher. Was den Leiter des Lehr- und Versuchsgutes (LVG) Köllitsch jedoch keinesfalls aus der Fassung brachte: Das bevorstehende Szenario - Blitzschlag, Kurzschluss, Gas und Gärflüssigkeit treten aus – sollte am Sonnabendvormittag für eine großangelegte Übung von Rettungskräften lediglich simuliert werden.

Ernste Störfälle oder gar Brände an Biogasanlagen sind für Feuerwehren eine echte Herausforderung. Austretendes Biogas kann sich mit dem in der Luft enthaltenden Sauerstoff zu einem hochexplosiven Gasgemisch vermengen. „Das bedeutet auch, dass in bestimmten Zonen keine herkömmlichen Sprechgeräte oder Werkzeuge genutzt werden können, deren Gebrauch Explosionen auslösen könnte“, erklärt Ondrej Kunze. Die Ausrüstung muss passen, alle Abläufe müssen stimmen, um die Gefahren für die  Einsatzkräfte zu minimieren und auch um Schäden für die Umwelt und an den Anlagen einzudämmen. Dies zu üben, war Sinn und Hintergrund des Einsatzes, an der neben den Freiwilligen Feuerwehren der Köllitscher Nachbarorte Arzberg, Nichtewitz und Blumberg auch ehrenamtliche Einsatzkräfte des DRK-Kreisverbandes Leipzig teilnahmen. Die Sanitäter probten die medizinische Erstversorgung „verletzter“ Personen, die von den Suchtrupps der Feuerwehr aus dem Gefahrenbereich geborgen wurden.

Für die örtlichen Feuerwehren in der Region um Köllitsch sind ernste Einsätze an Biogasanlagen durchaus vorstellbar. „Hier in der näheren Umgebung gibt es neben unserer Anlage noch drei weitere“, erklärt Ondrej Kunze. „Die Feuerwehr Arzberg hatte sich deshalb mit der Bitte, hier den Einsatz zu proben, an uns gewandt und wir haben uns gern dazu bereiterklärt.“

Dass Übung nötig ist, um im Ernstfall angemessen reagieren zu können, habe der Einsatz deutlich gezeigt. Vor allem die Abstimmung zwischen den Kräften gelte es noch besser zu verzahnen, resümiert der LVG-Leiter. „Man kann aus so einer Übung nur lernen“, ist er überzeugt. „Ich bin sehr froh, dass wir gemeinsam mit den Feuerwehren und DRK-Kräften den Einsatz simulieren konnten.“ Es sei gut möglich, dass ähnliche Einsatzszenarien auch in Zukunft durchgespielt würden, um den Feuerwehrkräften mehr Routine im Umgang mit solchen Gefahrenlagen zu geben – auch wenn sich den Ernstfall keiner wünscht.

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