• 2014
  • 10.01.
  • 2014.10.01.

Boni und Bildung

© Karsten Bär

Die Köllitscher Biogasanlage ist 2010 ans Netz gegangen.

Für den Strom, den die Köllitscher Biogasanlage erzeugt, erhält das Lehr- und Versuchsgut Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz von 2009 (EEG 2009). Damit hat es auch Anspruch auf einen Gülle- und einen Kraft-Wärme-Kopplung-Bonus (KWK-Bonus). Bedingung dafür ist jedoch, dass jährlich in Form eines Umweltgutachtens gegenüber dem Energieversorger die notwendigen Nachweise erbracht werden, ob tatsächlich Anspruch auf diese Boni besteht. So muss beispielsweise anhand der betrieblichen Tierbestände plausibel sein, dass der eingespeiste Strom mit eigener Gülle erzeugt wurde. Ebenso ist das Vorhandensein eines Wärmenetzes von mindestens 400 Meter Länge nachzuweisen. „Insofern stand für uns zum Jahresende noch einmal ein wichtiger Termin an“, so Betriebsleiter Ondrej Kunze. Denn am 30. Dezember wurde der Gutachter im LVG empfangen, der die Unterlagen einsah und sich vor Ort an Biogasanlage und Blockheizkraftwerk ein Bild von den Gegebenheiten machte. Bereits in den Wochen zuvor waren noch einige wichtige Dinge zu erledigen. Unter anderem mussten an mehreren Zählern mussten fristgemäß Eichungen erneuert werden.

Mit einer Leistung von 104 kW elektrischer und 140 kW thermischer Leistung ist die Köllitscher Biogasanlage im Vergleich zu vielen anderen Anlagen zwar eher winzig. Doch dafür gibt es auch gute Gründe, wie der Betriebsleiter erklärt: „Die Anlage muss zum Betrieb passen und nicht umgekehrt.“  Beschickt wird der Fermenter überwiegend mit Gülle – täglich rund 16 Kubikmeter – und Stallmist (2,5 t). Hinzu kommt mit einer bis anderthalb Tonnen ein sehr geringer Anteil an Maissilage, mitunter auch andere Substrate wie Sudangras oder Grassilage, die im Rahmen von Versuchsanstellungen anfallen bzw. bei Silobewirtschaftung und nicht in der Fütterung des Milchviehs verwendet werden können.

Allein große Energiemengen zu produzieren, ist ohnehin nicht das Anliegen des LVG. „Unser Produkt ist in erster Linie Bildung und Demonstration“, betont Ondrej Kunze. „Und da ordnet sich auch unsere Anlage ein.“ Zur Darstellung der Kreisläufe der Energieproduktion im Rahmen von Praktikerschulungen oder der überbetrieblichen Ausbildung sei auch eine Biogasanlage in kleineren Dimensionen geeignet. Wofür auch die oft bis zum letzten Platz ausgebuchten Praktiker-Kurse zur Biogaserzeugung sprechen, die in Zusammenarbeit mit den Landesanstalten für Landwirtschaft von Sachsen-Anhalt und Thüringen mehrmals im Jahr in Köllitsch veranstaltet werden.

Karsten Bär

comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr