• 2014
  • 28.10.
  • 2014.28.10.

Böcke im Einsatz

© LVG

Prüfende Blicke: Dr. Regina Walther und Hanno Franke vom Schafzuchtverband sowie Schäfer Samule Mieth vom LVG bei der Körung eines Köllitscher Nolana-Jungbockes.

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Sieben Böcke sollen für gute Lämmer sorgen: Vom 1. September bis Mitte Oktober dauerte die erste Deckzeit dieses Jahres im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch. Gemeinsam mit dem Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverband (SSZV) war den sieben Vererbern je eine passende Herde zugeteilt worden. Je zwei Böcke waren für die insgesamt 99 Muttern der Rasse Merinofleischschaf (MFS) und für die 65 der Rasse Schwarzköpfiges Fleischschaf (SKF) zuständig. Und gleich drei weitere Böcke deckten die insgesamt 72 weiblichen Tiere des Rasseexperiments Nolana. Letztmalig kam bei den Nolanas dabei auch ein Dorper-Bock zum Einsatz. „Ab 2015 ist für die Nolanas die Konsolidierung vorgesehen“, erklärt Birgit Bergel, Bereichsleiterin Schafe und Schweine im LVG. „Das heißt, dass dann zu Zuchtzwecken nur noch mit reinen Nolana-Böcken angepaart werden darf.“ Nolanas werden auf Grundlage verschiedener anderer Rassen gezüchtet, sind selbst als Rasse noch nicht anerkannt. Zweck der Züchtung ist es, Haltern ein  Fleischschaf zur Verfügung zu stellen, dass seine Wolle von selbst verliert, womit das wenig bis gar nicht einträgliche Scheren entfällt.

Nolana-Jungböcke aus eigener Zucht hat das LVG unlängst auf der Messe „Jagd & Angeln“ auf dem agra-Veranstaltungsgelände in Markkleeberg kören und versteigern lassen. Die drei waren bei der  Bocklammbonitur Ende September durch den SSZV-Zuchtleiter Hanno Franke ausgewählt worden. Zwei von ihnen wurden bei der Körung in Wertklasse 1 eingestuft, alle drei fanden bei der Auktion in Markkleeberg einen neuen Besitzer. Unter den Jungböcken der anderen Rassen wurden bei der Bonitur zehn SKF-Böcke und sieben MFS-Böcke für die im Januar stattfindende Körung ausgewählt. Dann zeigt sich, wer zu den Eliteveranstaltungen fahren darf. Ende März werden in Kölsa die besten MFS-Böcke aufgetrieben. Im niedersächsischen Verden findet bereits Anfang März die SKF-Elite statt. Nachdem noch in diesem Jahr weder aus Köllitsch noch aus einem anderen sächsischen Schafzuchtbetrieb SKF-Böcke auf der Bock-Elite zu sehen waren, scheint dieses Jahr die Qualität zu stimmen. Zumindest spricht SSZV-Zuchtleiter Hanno Franke von einem „vielversprechenden und sehr guten SKF-Jahrgang.“ Was nicht nur für Köllitsch, sondern auch für andere sächsische Schäfereien gelte.

Nach dem Ende der ersten Deckzeit ist in Köllitsch nun auch die Grundlage für den Lämmerjahrgang 2015 gelegt. Von Januar bis Mitte März wird die erste Lammzeit dauern, bei denen der reinrassige Nachwuchs zur Welt kommt. Ende März beginnen dann die Kreuzungslämmer, die ausschließlich zur Mast vorgesehen sind, zu folgen. Denn nach zehntägiger Pause hat Anfang vergangener Woche die zweite Runde der Anpaarung begonnen: Bis Anfang Dezember stehen die Böcke wieder in den Herden, um auch bei den bislang ungedeckten Muttern für Nachwuchs zu sorgen.

Karsten Bär

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