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  • 2016.02.06.

Blühende Werbeflächen

© Karsten Bär

Guter Beitrag für die Biodiversität: Das LVG Köllitsch hat auf 14 ha Blühflächen oder Brachen angelegt.

Klappern gehört zum Handwerk – das gilt auch für den umwelt- und naturschutzgerechten Ackerbau. Wenn Landwirte mit Brachen, Blühstreifen oder Lerchenfenstern der Artenvielfalt Gutes tun, dann seien dies im Grunde auch „Werbeflächen“ für die Landwirtschaft, meint Hennig Stahl, Leiter des Bereichs Feldbau im Lehr- und Versuchsgut (LVG) Köllitsch.

Auf Flurfahrt beim LVG Köllitsch: Feldbauleiter Hennng Stahl (r.) erklärt den Teilnehmern des Feldtages die Naturschutzmaßnahmen des Betriebes. © Karsten BärVielfalt und Strukturen in die Agrarlandschaft zu bringen – sowohl die praktische Umsetzung solcher Maßnahmen, als auch ihre Wirkungen auf die Öffentlichkeit waren Thema des diesjährigen Feldtages mit Flurschau im LVG.  In einem Vortrag legte zunächst der Kommunikationsexperte Dr. Christian Schmid-Egger  dar, wie entscheidend Emotionen sind, um das Bild von der Landwirtschaft in der  Bevölkerung zu verbessern, und welchen Beitrag Naturschutzmaßnahmen in diesem Zusammenhang leisten können. Anschließend stellte das LVG auf einer Flurfahrt vor, wie sich entsprechende Maßnahmen in der Praxis darstellen.

Allein im Rahmen des Greenings hat der Betrieb in diesem Jahr 14 ha an ein- und mehrjährigen Blühflächen und selbstbegrünenden Brachen angelegt, hinzu kommen zahlreiche Lerchenfenster und etliche Randstreifen, die außerhalb der Greeningverpflichtungen geschaffen wurden. „Solche Flächen können auch noch weiter diversifiziert werden“, verdeutlicht Henning Stahl. So könnten  bestimmte Wildbienenarten Furchen auf Brachen nutzen, um Nester anzulegen. „Das betrifft Arten, die horizontal in ihr Nest fliegen“, erläutert der Bereichsleiter. Notwendige Voraussetzungen sind Sonnenexponiertheit des Standortes und Blühpflanzen in der Nähe, die als Nahrungsquelle dienen.

Auf Flurfahrt beim LVG Köllitsch: Als „Traditionsfahrt“ deklariert, ging es auf offenem Anhänger zu den Flächen. © Karsten BärInteressant für Praktiker dürften auch die am praktischen Beispiel dargestellten Erfahrungen mit Ackerrandstreifen gewesen sein, auf denen keine Dünge- und Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden dürfen. „Zumindest im Getreideanbau stellt sich auf diesen Streifen ein Gleichgewicht ein, weil sich die Unkräuter auf den ausgehagerten Böden nicht so stark durchsetzen“, schildert Henning Stahl die Erfahrungen im LVG. Raps kommt mit den Bedingungen hingegen kaum zurecht – hier testet der Betrieb jetzt, wie sich eine aus verschiedenen Kleesorten bestehende Begleitsaat  bewährt, die das Unkraut unterdrückt.

In Köllitsch weiß man: Für den Umwelt- und Naturschutz lässt sich was tun. Und der Aufwand ist überschaubar, wie Feldbau-Leiter Stahl meint. „Fünf Prozent Greening-Fläche müssen ohnehin nachgewiesen werden“, sagt er. Zieht man den möglichen Imagegewinn ins Kalkül, seien Naturschutzmaßnahmen für Agrarbetriebe gute Werbung zum kleinen Budget.

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