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  • 10.01.
  • 2017.10.01.

Wintereinbruch und eine Überlegung

© Wolfgang Herklotz

Auch bei Minusgraden funktioniert die Anlage, in der Milchleistungs- sowie Schweinefutter zubereitet wird.

Bildergalerie: Wintereinbruch und eine Überlegung

Mit Mütze, dicker Jacke und Stiefeln ausgestattet, kontrolliert Timon Richter die Futtermischanlage. Sie funktioniert reibungslos, rasch füllt das Gemisch aus Sojaschrot und Roggen den Wagen, der nur wenig später Richtung Milchviehstall rollt.  Alles in Ordnung auch in dem Maststall neben den silbern glänzenden Türmen.  Noch sorgt hier das Borstenvieh für reges Treiben, auch wenn die Abteile teilweise schon leer sind. Mitte März, so der Plan, werden die letzten Schweine verkauft. Danach war die Option, den vor 17 Jahren errichteten Stall zu verpachten. Was bedeutete, nach dem Schließen der Sauenanlage im vergangenen Jahr endgültig dem Borstenvieh Adieu zu sagen.

Ein Besuch mit Folgen?

Eigentlich hatte er sich innerlich schon längst von der Schweineproduktion verabschiedet, bekennt Geschäftsführer Thomas Richter. „Wir haben durch die Preismisere viel Geld verloren, das konnte so nicht weitergehen. Aber jetzt sind wir doch am Überlegen, ob es nicht noch eine andere Lösung gibt, zumal die Preise für Schweinefleisch ja wieder angestiegen sind.“ Auslöser war der Besuch eines Vertreters, der für ein dänisches Zuchtunternehmen arbeitet.  Dessen Genetik verspricht Masttagszunahmen von 1 000 g und verweist auf einen Betrieb in Südbrandenburg, wo diese Leistung nachweisbar erreicht wird. „Das klingt interessant, deshalb werde ich mich näher mit den Zahlen beschäftigen“, meint Richter.  Wenn diese Leistung tatsächlich zu realisieren  sei, habe das jedenfalls eine wesentlich kürzere  Mastdauer und damit einen geringeren Futteraufwand zur Folge. Die Ferkel müssten natürlich zugekauft und die Zahl der Tiere pro Abteil auf 120 reduziert werden, schon der neuen Nutztierhaltungsverordnung wegen.  Aber bei dem derzeitigen Preisniveau von 1,52 €/kg Schlachtgewicht ließe sich durchaus Geld verdienen, rechnet Richter vor. „Nicht zu vergessen, dass wir ja auch Gülle für unsere Biogasanlage  brauchen. Deshalb werde ich mir demnächst mal genau anschauen, ob und wie in dem besagten Betrieb in Gräbendorf die Sache funktioniert!“

Die Zeit genutzt

Der Wintereinbruch kam für das Team in Schwante nicht überraschend. Die Zeit in den letzten Wochen des alten Jahres wurde genutzt, um die Ställe winterfest zu machen und verschlissene Teile auszutauschen.  Bei Temperaturen bis minus acht Grad müsse man zwar noch nicht um die alte Schieberentmistung bangen, meint Richter. „Aber wenn es noch kälter wird, kann es schon Probleme geben. Bisher wurden wir davon verschont!“

Da aktuell weniger Arbeit  im Schweinebereich anfällt, konnte eine Mitarbeiterin in den Milchviehstall umgesetzt werden. Dort teilen sich jetzt vier Kollegen die Arbeit, gemolken wird nach wie vor in zwei Schichten. Anlagenleiterin Kathrin Mertke, seit September im Betrieb, absolviert gerade einen Management-Lehrgang. „Sie hat gut eingeschlagen“, so Richter.

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