• 2015
  • 14.07.
  • 2015.14.07.

Über dem Schnitt

Wintergerste © Sabine Rübensaat

"Neue deutsche Dürre", "Nach der Dürre kommt der Frust" oder "Dürredrama" - die Überschriften in den Medien verheißen für die deutsche Landwirtschaft beziehungsweise ihre aktuelle Erntesaison nichts Gutes. Thomas Richter aber lassen die Schlagzeilen kalt. "Ich habe die Prognosen gelesen", gesteht der Schwantener Geschäftsführer, doch bestätigen kann er sie - zumindest für seinen Betrieb - nicht. Im Gegenteil: "Bei der Wintergerste fahren wir ein sehr gutes Ergebnis ein." Mit einem Ertrag von bisher 75,6 dt pro Hektar "liegen wir über unserem Schnitt", freut sich Richter über die Ernte, die in der vergangenen Woche begonnen hat. Insgesamt 155 der knapp 180 ha haben die Schwantener in den zurückliegenden Tagen vom Feld geholt und dabei auch davon profitiert, dass ein großer Vorführmähdrescher am vergangenen Sonnabend genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort - nämlich auf dem Schwantener Feldern - unterwegs war.

Doch nicht nur die Wintergerste, auch der Blick auf die anderen Kulturen bereitet Thomas Richter Freude. "Bei Roggen und Gerste sind gute Erträge absehbar", schaut er zufrieden nach vorn. Beim Grünschnitt hingegen liegen die guten Zahlen bereits vor. "Wir haben unseren kompleten zweiten Grasschnitt zu Heu gemacht - 150 Hektar", berichtet er und stellt zufrieden fest. "Das ist eine super Qualität. Durch die Hitze Anfang Juli war das wie im Trockenwerk."

Bei aller Zufriedenheit über die bisherigen Erfolge wirft nur der Mais Schatten. "Das ist das einzige, was mir Sorgen bereitet." Aktuell fehle ihm ein halber bis zu einem ganzen Meter an Höhe im Vergleich zu normalen Jahren. "Wir beregnen jetzt gerade 170 Hektar, aber das wird in diesem Jahr garantiert kein Spitzenertrag."

Dennoch fällt das bisherige Fazit positiv aus. "Mit dem Auftakt der Ernte bin ich mehr als zufrieden. Vor zwei Jahren war die Ernte Mist. Durch Frostschäden hatten wir gerade einmal 50 dt pro Hektar geerntet. Wenn es jetzt am Ende 76 werden, ist es doch klasse."

Auf den Feldern läuft es für die LSV also überdurchschnittlich gut, auf dem Markt indes "leiden wir wie alle anderen Landwirte unter den schlechten Preisen und für Milch und Schweine". Ein Tatsache, die Richter nicht ändern kann und die die Freude an der Landwirtschaft deutlich schmälert. "Das macht wirklich keinen Spaß."

Mehr Spaß hat Thomas Richter hingegen, blickt er auf das Projekt Eiscafe am neuen Kuhstall. Nach einigen Umplanungen ist er sich sicher:  "Das wird eine gute Sache."

Themen: Ernte, Dürre
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