• 2014
  • 26.06.
  • 2014.26.06.

Hobby: Treckerfahren!

© Wolfgang Herklotz

Dominik Brundke.

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Am Vortag hatte es in Schwante kräftig geregnet, rund 50 Liter fielen pro Quadratmeter. Die enormen Niederschläge setzten nicht nur der schon fast erntereifen Wintergerste zu, sondern auch der Silage fürs Milchvieh, obwohl die ordentlich abgedeckt war. Geschäftsführer Thomas Richter wollte Azubi Dominik am nächsten Morgen gerade darauf hinweisen, dass es ratsam sei, die Futterration wegen der Feuchtigkeit aufzustocken. Doch Dominik erwiderte mit einem Lächeln: „Das habe ich schon gemacht!“ 

Seit zwei Jahren absolviert Dominik seine Ausbildung zum Landwirt im Schwantener Betrieb, besucht zwischendurch das Oberstufenzentrum in Pritzwalk. Dabei ist er eigentlich ein Stadtkind, vor 18 Jahren in Berlin-Spandau  geboren. Doch aufgewachsen auf dem väterlichen 250-Hektar-Hof an der Stadtgrenze, wo  Mutterkühe und Pensionspferde gehalten werden, stand  für Dominik beizeiten fest, dass er Bauer werden möchte. Während andere Jungen seines Alters dem runden Leder hinterherjagten, gab es für ihn nichts Spannenderes, als auf dem Schlepper zu sitzen. Na klar, im  Internet zu surfen machte ihm auch Spaß. Das Medium wusste er dann bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsbetrieb zu nutzen. So kam er auf das Unternehmen in Schwante, das ihn gern aufnahm. Es dauerte freilich seine Zeit, bis er an die geliebte Technik durfte. Vorher hieß es  erst einmal, den Hof zu kehren und den  Stall auszumisten. „Doch das gehört nun mal mit dazu“, gibt sich Dominik gelassen. Nach und nach wurde er damit vertraut, die Kühe zu füttern und zu melken. Herdenmanager Mario Brendicke bescheinigt dem angehenden Landwirt, dass der durchaus ein Händchen fürs Milchvieh, in erster Linie aber den berühmten „Blick für alles“ habe, was auf dem Hof so anfalle. „Dominik kann selbstständig arbeiten, egal ob er mit dem Futterwagen oder der Strohpresse unterwegs ist. Wir wissen, dass er sehr umsichtig damit umgeht.  Solche jungen Leute können wir hier gut gebrauchen.“

Bezeichnend die Episode aus dem Vorjahr, als Mais abzufahren war. Dominik wollte das übernehmen, doch hatte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Fahrerlaubnis für PS-stärkere Schlepper, um die HW80-Hänger ziehen zu können. Kurze Rücksprache mit dem Geschäftsführer sowie mit dem Vater, und Dominik machte sich mit dem langsamer fahrenden Traktor auf den Weg nach Hause, um den passenden Hänger von dort zu holen. Immerhin, zwischen Schwante und Spandau liegen gut zwei Dutzend Kilometer. Und Vater Brundke hatte wirklich nichts dagegen, dass sein Hänger zum Fremdeinsatz kam? Dominik schüttelt den Kopf. „Im Gegenteil. Beide Betriebe unterstützen sich, wo es nur geht.“

Obwohl  Dominik augenscheinlich recht gut in das Schwantener Team passt, will er nach der dreijährigen Lehre mit Abitur wieder in den väterlichen Betrieb zurück. Der Mutterkuhbestand soll aufgestockt werden, es gibt dort genug zu tun. Eines Tages steht schließlich auch die Übernahme des Hofes an. Vorher noch studieren? „Eher nicht“, meint Dominik. Herdenmanager Brendicke  verweist schmunzelnd auf Dominiks  Lieblings-Shirt. Das trägt die Aufschrift „Zum Landwirt geboren, zur Schule verdammt“. Aber das stimme nur zu Hälfte. Er sei sich sicher, dass Dominik nach der Lehre noch seinen Meister mache. „Das Zeug dazu hat er allemal.“


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