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  • 17.10.
  • 2017.17.10.

Endspurt zum Abschied

© Wolfgang Herklotz

Dem Team um Geschäftsführer Thomas Richter (M.), hier mit Yvonne Brendicke und Timon Richter, ein herzliches Dankeschön.

Routiniert steuert Timon Richter den Claas-Schlepper mit dem großen Schiebeschild, um Platz für die nächste Fuhre zu schaffen. Das sonnige Wetter der vergangenen Tage sorgte dafür, dass jetzt zügig gehäckselt und abgefahren werden kann. Doch die Maisernte kam dieses Jahr mit Verspätung in Gang, bedingt durch die vorausgegangene  regenreiche Witterung. „Mehr als 50 Liter Niederschlag pro Quadratmeter  fielen allein  in der zweiten Oktoberwoche“, berichtet Geschäftsführer Thomas Richter. Zur  Mitte des Monats stand der Mais noch auf rund 250 ha rund um Schwante und Vehlefanz  auf dem Feld. Zwar ist es dank schlagkräftiger Technik möglich, pro Tag rund 25 Hektar abzuernten. „Bis zum 20. Oktober müssten wir mit dem Häckseln durch sein und damit wieder einigermaßen im Zeitplan liegen“, meint Richter. Doch die Erträge werden wohl kaum Anlass zur Freude bieten, wie die bisherigen Ergebnisse zeigen.  Der Mais konnte die üppigen Niederschläge nicht ohne Weiteres kompensieren. Auf Schlägen mit Wasserschäden liegt der Ertrag bei knapp 200 dt/ha. Zudem haben auch Wildschweine der Kultur zugesetzt, die für die Versorgung der Milchkühe und der Biogasanlage so wichtig ist. „Dieses Jahr hat es in sich“, so Geschäftsführer Richter.

Schwere Entscheidung

Die extreme Witterung hat  auch zur Verzögerungen bei der Herbstbestellung geführt. Weil viele Fläche nicht befahren werden konnten, stand bis Mitte Oktober noch das Drillen der Wintergerste auf 27 ha aus. „An Weizen und Roggen war gar nicht zu denken!“  Der Herbststurm „Xavier“  hat zum Glück nicht solche Schäden wie anderswo bewirkt. Aber auf sein Konto gehen auch einige umgestürzte Bäume, die beräumt werden mussten. Zugleich  sind einige Dachplatten beim Bergeraum neben dem Kuhstall zu erneuern. „Wir haben in den nächsten Tagen und Wochen noch viel aufzuholen“, bekennt Richter. Zwar gibt die jüngste Milchpreisentwicklung wieder  Anlass zur Hoffnung in diesem Bereich. Doch vom geplanten Bauprojekt eines neuen Milchviehstalls habe er sich innerlich schon verabschiedet, so schwer ihm das auch falle, betont Richter. „Wir haben in den vergangenen zwei, drei Jahren durch den Preisverfall in der Milch-, aber auch Schweineproduktion zu viel Geld verloren. Wir müssen uns jetzt erst einmal konsolidieren.“

Aus eigener Kraft

In so einer Situation einen Kredit aufzunehmen wäre kaum ratsam. Was aber nicht heißt, die Direktvermarktung zu vernachlässigen.  Die Milch-Tankstelle läuft gut, informiert der Geschäftsführer, pro Tag werden im Schnitt 100 Liter abgesetzt.  „Ich kann mir gut vorstellen, an der Anlage so eine Art Bauernhof aufzubauen, wo Besucher Tiere beobachten und im Hofladen einkaufen können. Aber wir werden versuchen, das Projekt aus eigener Kraft zu stemmen.“

Wofür wir dem Team der LSV Landwirtschafts GmbH  viel Erfolg wünschen. Wir haben den Betrieb fast dreieinhalb Jahre lang begleitet, dabei  viel Wissenswertes erfahren und weitergegeben. Ein besonderes  Dankeschön gilt Thomas Richter, der großes Verständnis gezeigt und selbst in stressigen Situationen die Ruhe bewahrt und sachkundig Auskunft gegeben hat. Wir bleiben weiter in Kontakt, auch wenn demnächst an dieser Stelle ein neuer Praxispartner aus Brandenburg zu Wort kommt.

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