• 2015
  • 12.02.
  • 2015.12.02.

Der Klauenschneider ist da

© Wolfgang Herklotz

Gründlich und gewissenhaft: Silvio Bade beim Klauenschneiden

 

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„Die Nächste bitte!“ Erstaunlich ruhig kommt die Holsteinkuh anmarschiert, so dass Herdenmanager Mario Brendicke und sein Team kaum nachhelfen müssen.  Silvio Bade schließt den eigens dafür mitgebrachten Stand, fixiert das Tier und setzt zum Säubern erst das  Messer, dann die Klauenschere an. Routiniert geht der Zweiundvierzigjährige damit um. Obwohl schon der nächste Auftrag wartet, nimmt sich der aus Mecklenburg-Vorpommern stammende Fachmann  die nötige Zeit. „Es dauert, wie es dauert“, kommentiert Bade mit nördlicher Gelassenheit. Mehr als drei Dutzend Tiere aus dem Milchviehstall in Schwante hat er schon an diesem Donnerstag behandelt, weitere folgen. Zum Ende werden es dann 190 Kühe sein, die in anderthalb Tagen versorgt wurden. Für jede einzelne gibt es eine genaue Dokumentation der jeweiligen Behandlung über den im Stand angebrachten mobilen Computer. Die Daten werden an den Informationsdienstleister vit Verden zur Auswertung des RBB-Testherdenprogramms übermittelt, an dem sich der Betrieb aus Schwante beteiligt.

 

Wunschkandidat Silvio

Dreimal im Jahr nehmen die Schwantener den Service der Findeisen Klauenpflege GmbH & Co. KG aus Woldegk in Anspruch, die sich auf diese Arbeit spezialisiert hat und auch die dafür nötigen mobilen Stände baut. Das Unternehmen ist deutschlandweit unterwegs, betreut mehr als 400 Betriebe  und hat 27 Mitarbeiter. „Silvio ist unser Wunschkandidat“, versichert Mario Brendicke, „denn er ist besonders zuverlässig und gewissenhaft.“ Bade, gelernter Melker, wisse ganz genau um den Stellenwert einer gründlichen Klauenpflege. „Kühe, die dreimal am Tag zum Melken gehen, müssen gut zu Fuß sein, dürfen dabei keine Schmerzen haben.“ Bade seinerseits kann den Kühen aus Schwante bescheinigen, dass deren Klauen sich in einem guten Zustand befinden. „Behandlungen gegen Mortellaro, auch Erdbeerkrankheit genannt, sind da schon die Ausnahme. Das sah aber vor ein paar Jahren noch anders aus.“

 

Viel Auslauf, frisches Stroh

Bewährt hat sich in Schwante, den Stall dreimal pro Woche zu kalken. Das senkt den Infektionsdruck und sorgt für trockene Klauen. Zur Stallhygiene gehört ebenso ein gründliches Klauenbad aller drei bis vier Wochen. Positiv bemerkbar hat sich aber auch gemacht, dass die Kühe über reichlich Auslauf verfügen. Dieser wird regelmäßig mit frischem Stroh aufgefüllt. „Das ist in vielen Betrieben, die ich kenne, gar nicht so selbstverständlich“, meint Silvio Bade. Als gute Lösung sieht er zudem an, den Abkalbestall für das Klauenschneiden zu nutzen. Der sei den Kühen vertraut, außerdem könnten so längere Wege und damit Stress vermieden werden.  „Ruhe ist eben das A und O“, bestätigt Mario Brendicke.

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