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  • 22.05.
  • 2014.22.05.

Borstenvieh hat viel Platz

© Wolfgang Herklotz

Timon Richter kümmert sich ums Borstenvieh.

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Die Sorge um das Borstenvieh  gehört zum Aufgabenbereich von Timon Richter. Der Assistent der Geschäftsführung bestellt Futter, wertet die Mastleistungen aus, kümmert sich um Organisatorisches. Eine gehörige Verantwortung für den siebenundzwanzigjährigen Landwirt, der gegenwärtig noch eine Meisterausbildung absolviert. „Langeweile kommt da nicht auf“, versichert er mit einem Lächeln und zählt ein paar Eckdaten auf.

26,8 Ferkel je Sau und Jahr

In der Anlage Koppehof bei Vehlefanz, 1996 modernisiert und 2012 gemäß der neuen Tierhaltungsverordnung umgerüstet, sind 276 Sauen auf Spaltenböden untergebracht. Die Lauf- und Abferkelbuchten sind mit jeweils 2,31 m² pro Sau beziehungsweise 4,40 m² pro Sau größer als gesetzlich vorgeschrieben, es gibt ausreichend Tränkmöglichkeiten und Beschäftigungsmaterial. In den 1008 Flatdeckplätzen stehen pro Läufer mit bis zu 20 kg 0,35 m² zur Verfügung. Zum Einsatz kommen Sauen der Rasse Camborough (PIC Deutschland). Diese steht für einen hohen Magerfleischanteil, Stressresistenz und gute Futterverwertung, erklärt Timon Richter. „Gegenwärtig kommen wir auf 26,8 abgesetzte Ferkel je Sau, Tendenz steigend.“ Der im Jahre 2000 in Betrieb genommene Stall bei Klein Ziethen mit automatischer Fütterung enthält 2 400 Mastplätze. Die Tageszunahmen liegen zwischen 860 und 880 g.

Schwänze werden nicht kupiert

Ein besonderes Markenzeichen der Schwantener Schweineproduktion: Auf das Kupieren von Schwänzen wird verzichtet. Denn aufgrund des Platzangebotes und der Beschäftigungsmöglichkeiten entfällt weitgehend das leidige Schwanzbeißen.

Wie der junge Landwirt weiter berichtet, kontrollierte das Veterinäramt in diesem Jahr, wie an beiden Standorten die neue Tierhaltungsverordnung umgesetzt wurde. „Es gab keine einzige Beanstandung.“

Kosten auf dem Prüfstand

Wöchentlich werden 100 bis 120 Schweine an den VION-Schlachthof in Perleberg geliefert und 20 an den Schlachthof in Neuruppin. Die von dort kommenden Schlachthälften werden dann in der Rhinlandfleischerei Staffelde weiterverarbeitet. Im Schnitt weisen die Schlachtkörper einen Magerfleischanteil zwischen 57 und 59 % und ein Gewicht zwischen 93 und 98 kg auf. Dank der langjährigen Lieferbeziehung zu VION und der Teilnahme am Qualitätsprogramm QS erzielen die  Schwantener einen Zuschlag von 2,50 Euro je Schwein. „Die Situation ist jetzt besser als im Vorjahr, aber immer noch unbefriedigend“, versichert Timon Richter. Deshalb werde er demnächst noch einmal eine genaue Kostenanalyse der Sauenhaltung vornehmen. „Das Borstenvieh wird aber weiterhin einen festen Platz in unserem Betriebskonzept haben.“     

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