• 2017
  • 12.09.
  • 2017.12.09.

Bei Rapsbestellung im Verzug

© Wolfgang Herklotz

Rund zwei Wochen später als üblich kommt der Raps in den Boden.

 „Wir sind froh, dass wir  jetzt endlich auf die Flächen raufgekommen sind nach dem verregneten Sommer“, betont Geschäftsführer Thomas Richter. „Aber es gibt immer noch reichlich vernässte Stellen.“ Gedrillt werden vor allem urwüchsige Hybridsorten wie Avatar, Hattrick und Trezzor, die sich für eine späte Aussaat eignen. Parallel dazu werden Zwischenfrüchte auf rund 230 ha  in den Boden gebracht. Hier handelt es sich  um die Mischung aus Phacelia, Senf und Rettich (Opticorn COUV), die ein zügiges Auflaufen verspricht. Zugleich werden noch Gärreste ausgefahren. Um die Zwischenfrüchte macht sich Geschäftsführer  Richter nicht so sehr Sorgen, wohl aber um den Raps. „Ich kann nur hoffen, dass das Wetter in den kommenden Tagen mitspielt. Wenn es in diesem Jahr einen zeitigen Wintereinbruch geben sollte, wäre das für die Ölfrucht äußerst problematisch!“

Während auch die Bestellung von Gerste und Weizen in den kommenden Tagen noch mit vielen Fragezeichen versehen ist,  können die Landwirte aus Schwante wenigstens einen Erfolg bei der Futterversorgung verbuchen. Das kurze Zwischenhoch Ende August bescherte immerhin die Möglichkeit, rund 500 Ballen Heu zu pressen sowie 500 Ballen Stroh. Dank einer zweiten vom Nachbarbetrieb ausgeliehenen Presse konnte in kurzer Zeit aufgeholt werden, was schon fast abgeschrieben war. Allerdings steht immer noch der zweite Grünlandschnitt auf rund 100 ha aus. Der dürfte wohl kaum zu verwerten sein, höchstens als Ballensilage,  schätzt Thomas Richter.

Die extremen Niederschläge in diesem Jahr haben dem Betrieb im Landkreis Oberhavel nicht nur unterdurchschnittliche Erträge (rund ein Viertel unter dem langjährigen Mittel), sondern auch schlechte Qualitäten beschert. So konnte die Hälfte des Weizens nur noch als Futtergetreide verwertet werden. Dafür haben sich die Erntekosten zum Vorjahr  nahezu verdoppelt, bilanziert der Geschäftsführer. Es musste, wie bereits berichtet, ein Lohnunternehmen mit spezieller Technik beauftragt werden, um mit dem Drusch einigermaßen voranzukommen.  Von der regenreichen Witterung 2017 hat allerdings der Mais profitieren können. Die Bestände haben sich gut entwickelt, aber zum Häckseln ist es noch zu früh, schätzt Thomas Richter ein.  Geplant sei, um den 18. September herum damit zu beginnen. Doch eine Prognose hinsichtlich der Erträge wolle er nicht abgeben. „Dieses Jahr ist voller Überraschungen. Wir müssen es so nehmen, wie es kommt und halt flexibel darauf reagieren.“

comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr