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  • 2014.22.08.

Auf Infotour

© Wolfgang Herklotz

Beim Fachsimpeln: Thomas Vogt und Thomas Richter.

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Können wir heute endlich wieder dreschen? Diese Frage beschäftigte Thomas Richter am Donnerstag morgen, deshalb wäre er lieber im Betrieb geblieben. Doch die für diesen Tag vereinbarte Visite von zwei Milchviehställen mit Melkrobotern wollte er auch nicht verschieben. Schließlich verbleibt nur noch wenig Zeit, um den Bauantrag für das eigene Stallprojekt einzureichen. Da kann eine weitere Besichtigung von vergleichbaren Anlagen, vor allem der Austausch mit Berufskollegen, nur von Vorteil sein. Deshalb machte sich Thomas Richter, begleitet von Herdenmanager Mario Brendicke und Händler Detlef Neugebauer vom Unternehmen DeLaval, auf den Weg. Sie besichtigten zunächst den Stall in Prösen bei Elsterwerda, der vor fünf Jahren errichtet und mit Melkrobotern von DeLaval ausgestattet wurde. Anschließend ging es nach Krahne im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Viel Platz und Komfort

Die Anlage der Agrargenossenschaft „Thomas Müntzer“ ist erst im vorigen Monat fertiggestellt worden. Der luftige, zwölf Meter hohe Stall bietet viel Platz und Komfort für 240 Milchkühe, die von vier Robotern gemolken werden. Neu errichtet wurden zugleich ein Abkalbestall, ein Kälberstall und –dorf sowie ein Silo und ein Güllebecken. Die Gesamtinvestition von 3,7 Millionen Euro sei dem Betrieb nicht leicht gefallen, berichtet Thomas Vogt. „Aber wir haben keine Alternative zur Milchproduktion. Deshalb wollen wir unseren Bestand von derzeit 420 auf 660 Kühe in absehbarer Zeit noch aufstocken.“ Die noch nicht voll belegte Anlage basiert auf dem Prinzip des gelenkten Kuhverkehrs. Der Zugang zu einzelnen Stallbereichen erfolgt über speziell installierte Tore,  das Melkanrecht wird elektronisch ermittelt. Tiere, die dieses besitzen, werden erst gemolken und haben dann Zugang zum Futtertisch und zu den Liegeplätzen. Dadurch können mehr als 60 Kühe pro Roboter gemolken werden, ohne dass es zu „Staus“ kommt.

Eine positive Nachricht

Im Unterschied  dazu sind beim freien Kuhverkehr, wie in Prösen praktiziert, keine Tore nötig. Die Tiere können sich ohne Einschränkung zwischen den einzelnen Bereichen bewegen. „Dieses System passt besser zu unserem Stallprojekt“, erklärt Thomas Richter. „Pro Roboter sind nicht mehr als 60 Kühe zu melken. Außerdem ist diese Variante kostengünstiger, weil die Tore entfallen.“ Zudem planen die Landwirte aus Schwante, anders als in Prösen und Krahne die Futtertische nicht mittig, sondern an den Seiten anzuordnen.

Die Laufflächen und Liegeboxen werden sich in der Mitte befinden, um den Besuchern des vorgelagerten Eiscafés  bessere Einblicke zu ermöglichen. Dennoch waren Thomas Richter und Mario Brendicke angetan von dem, was sie in den beiden Anlagen gesehen haben. Die Melkrobotertechnik hat überzeugt, aber auch die Sauberkeit der gesamten Anlage und die Ruhe in den Beständen, meinen Thomas Richter und Mario Brendicke. Wer den Zuschlag für den Stallbau und die Ausstattung bekommt, wird die Ausschreibung zeigen.  

Eine positive Nachricht gab es dann auch auf dem Weg nach Hause. Es konnten am Donnerstag von 30 Hektar Roggen gedroschen werden.   

Wolfgang Herklotz

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