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Zweimal Drillinge

Laura versorgt schwächere Lämmer aus Mehrlingsgeburten mit einer zusätzlichen Portion Milchaustauscher, damit sie in ihrer Entwicklung aufholen.

Bildgalerie: Zweimal Drillinge


Schäfermeister Martin Winz musste in der vergangenen Woche gleich mehrere Aufgaben meistern: Zum einen galt es, den von Tag zu Tag größer werdenden Tierbestand im Stall des Landgutes Krosigk in Kösseln zu versorgen und dabei rund um die Uhr ein besonderes Augenmerk auf das Lammen der rund 180 Mutterschafe zu haben. Außerdem war der 65-Jährige in der zweiten Wochenhälfte als Mitglied der Körkommission des Landesschafzuchtverbandes Sachsen-Anhalt gefordert. Auf Betrieben von Berufskollegen bewertete er an drei Tagen zusammen mit Fachleuten vom Verband die Jungböcke verschiedener Rassen, die im März auf den jeweiligen Elite-Absatzveranstaltungen bzw. auf der Mitteldeutschen Bockauktion im sächsischen Kölsa aufgetrieben werden sollen.

Große Verantwortung als Azubi

Die Arbeit im Stall begann deswegen an diesen Tagen schon eine Stunde früher als gewöhnlich – auch für Laura Trappschuh. Die angehende Tierwirtin des zweiten Lehrjahres, die im Landgut ihre Berufsausbildung absolviert, geht ihrem Lehrmeister in den Praxiswochen bei allen anfallenden Arbeiten zur Hand. Für die 18-Jährige bedeutete die zeitweilige Abwesenheit des Meisters, selbst  Verantwortung zu übernehmen und regelmäßig im Stall nach dem rechten zu sehen. Gemeinsam wurden als erstes am Morgen die Tiere gefüttert – neben den Schafen auch etwa zwei Dutzend Ziegen und zwei Esel. Machte sich Martin Winz dann auf den Weg, kümmerte sich Laura um die in der Zwischenzeit anstehenden Dinge. Sie sorgte dafür, dass alle Schafe ausreichend frisches Wasser haben, fütterte die Hütehunde, baute Einzelboxen, die sogenannten Stietze, auf, in denen frisch abgelammte Muttertiere zunächst für eins, zwei Tage mit ihrem Nachwuchs stehen, streute die Boxen frisch ein und kümmerte sich natürlich um die „Neuankömmlinge“. Dazu gehörte zum Beispiel die Nabelpflege und -desinfektion bei den Lämmern sowie deren Markierung mit Stempel und Farbe.

Nach wie vor Freude am Beruf

Problemlämmer, vor allem aus Mehrlingsgeburten, die etwas schwächer als ihre Geschwister sind, fütterte Laura zudem mit der Flasche. „Das macht großen Spaß“, sagte die Auszubildende. Am vorigen Donnerstagnachmittag hatten mehr als 80 der Muttertiere und somit fast die Hälfte des Bestandes gelammt. „Etwa jede zweite Mutter hat Zwillinge“, weiß die junge Tierwirtin. Zweimal habe es bisher sogar Drillinge gegeben. Selbst vor einer notwendigen Geburtshilfe bei den Schafen hätte Laura keine Angst: „Es ist schön, wenn man dabei helfen kann, so ein Lämmchen zu retten“. Obgleich die Arbeit in dem alten Stall relativ viel schwere Handarbeit erfordert, hat die 18-Jährige nach wie vor Freude an ihrem angestrebten Beruf. Zumal sie mit ihrem Lehrmeister gut auskomme und viel von ihm lernen könne, wie sie betonte.

Ab Montag in der Berufsschule

In dieser Woche ist Schäfermeister Martin Winz, der auch Nacht für Nacht das Ablammen regelmäßig kontrolliert, weitestgehend auf sich allein gestellt. Laura ist ab heute zur theoretischen Ausbildung in der Berufsbildenden Schule in Halle. Der Blockunterricht dauert in der Regel fünf Tage. Einer meist dreiwöchigen Praxisphase schließt sich eine Schulwoche an. Spätestens am kommenden Montag ist Laura dann zurück im Stall bei ihren Lämmern.

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