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  • 2014.03.04.

Zeitdruck im Pflanzenbau

© Detlef Finger

Traktorist Wolfram Winterfeld bringt auf einem Rapsschlag zwischen Kaltenmark und Plötz mit der Anhängefeldspritze ein Insektizid gegen Rapsschädlinge aus.

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Der Arbeitsplan der Mitarbeiter der Feldbauabteilung des Landgutes Krosigk ist derzeit prall gefüllt. Die Frühjahrssaaten von Durumweizen und Zuckerrüben waren frühzeitig im Boden. Die rund 10 ha Erbsen, als Eiweißfuttermittel für die Schafe des Unternehmens gedacht, sind mittlerweile ebenfalls gedrillt. Die Körnerleguminosen standen Mitte der Woche kurz vor dem Auflaufen. „Der Durum ist komplett durch, er hat inzwischen zwei, drei Laubblätter“, sagt Kirsten Wilzki. Der Hartweizen hat bereits die erste Stickstoffgabe in Form von Kalkammonsalpeter mit 80 kg N Reinnährstoff erhalten.

Bei den Zuckerrüben sind die ersten Pflanzen durchgestoßen, die anhaltende Trockenheit bereitet indes Probleme. „Es ist viel zu trocken für die Jungsaaten“, ergänzt Feldbauleiter Björn Küstermann. In den Rüben soll ab Anfang kommender Woche die erste Nachauflaufbehandlung (NAK) mit Herbiziden zur Unkrautbekämpfung durchgeführt werden.

Rapsglanzkäfer auf Vormarsch

Der Winterweizen erhält derzeit die Schossgabe an Stickstoff, bis zum Wochenende sollen alle Schläge versorgt sein. „Der Weizen sieht erstaunlicherweise trotz der Trockenheit noch gut aus“, sagt Kirsten Wilzki. Auf den „leichteren Ecken“ zeigt sich jedoch bereits der Wassermangel, die Pflanzen vergilben. Der früh gesäte Weizen, der sich jetzt im Entwicklungsstadium EC 31 befindet, wird mit einer Tankmischung aus Halmstabilisator und Fungizid gegen die Halmbruchkrankheit und Septoria behandelt, erklärt die Pflanzenschutzverantwortliche.

Der Raps erfuhr am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche eine Insektizidbehandlung gegen den Rapsglanzkäfer, der sich an den Knospen zu schaffen macht. „Der Bekämpfungsrichtwert von acht Käfern je Haupttrieb ist überschritten“, rechtfertigt Kirsten Wilzki diese Pflanzenschutzmaßnahme. Weil die ersten Rapspflanzen bereits zu blühen begonnen haben, kommt ein bienenungefährliches Präparat in der Ölfrucht zum Einsatz.

Splittingmaßnahme in der Gerste

Donnerstag und Freitag soll auch in der Wintergerste, die sich im Stadium EC 31/32 befindet, eine erste Einkürzung mit Halmstabilisator samt Fungizidapplikation erfolgen. „Wir splitten hier und fahren mit geringeren Aufwandmengen“, erklärt Kirsten Wilzki. Eine zweite Maßnahme soll vor dem Ährenschieben folgen, wenn das Fahnenblatt raus ist. Danach, also ab nächster Woche, geht es im später gedrillten Weizen weiter mit der Applikation von Halmstabilisator und Fungizid.

Mitte der Woche wurde der letzte Qualitätsweizen aus der vorjährigen Ernte aus der Siloanlage in Kaltenmark ausgelagert. In nächster Zeit soll das Getreidelager gereinigt und auf die neue Ernte vorbereitet werden. Auf dem Technikstützpunkt in Kaltenmark verkleiden Mitarbeiter des Betriebes eine weitere Technikhalle mit Trapezblechen. Der neue Sanitärtrakt der Werkstatt ist auch fertig, es müssen nur noch die Schränke eingeräumt werden. „Da kann die Getreideernte kommen“, lacht Kirsten Wilzki.

Neues Winterquartier für Schafe

Gebaut wird momentan auch auf dem Betriebshof in Krosigk. In zwei Zellen eines alten Fahrsilos entsteht seit Ende März ein weiterer Schafstall. Er soll den alten Stall in Kösseln, der bislang im Winter etwa 200 Mutterschafe beherbergte, ersetzen. Die Schafhaltung wird dann künftig an einem Standort konzentriert sein. Die Planung und Betreuung des Bauvorhabens bis hin zur Beantragung der Investitionsförderung lagen und liegen in den Händen der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt.

Vor dem nächsten Winter wird der gesamte Schafbestand des Landgutes, derzeit sind es gut 1.200 Mutterschafe und fast ebenso viele Lämmer, in Krosigk Quartier beziehen. Zunächst aber steht erst einmal die Weidesaison an. Heute wurden die Schafe von Schäfermeister Martin Winz aus Kösseln auf die Weiden um Wettin verbracht. Am Montag sollen die Herden von Christian und Michael Winz folgen. Sie haben ihre Weideflächen in der Franzigmark vor Halle, wo am 22. Mai in bewährter Weise das Leistungs- und Schulungshüten für die Auszubildenden im Beruf Tierwirt/Schafhaltung stattfinden wird.

Detlef Finger

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