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  • 11.11.
  • 2013.11.11.

Weidesaison geht zu Ende

Schäfermeister Christian Winz hat seine Herde in den Nachtpferch getrieben.

Schafe im Nachtpferch

Christian Winz hat seine Schafe in den Nachtpferch getrieben.

Bildgalerie: Weidesaison geht zu Ende


Christian Winz ist an diesem späten Novembernachmittag dabei, den Nachtpferch für seine Herde aufzubauen. Die Netze hat der Schäfermeister bereits aufgestellt, nun ist er damit beschäftigt, das Netzgerät anzuschließen. Tagsüber hat der 34-Jährige seine rund 400 Mutterschafe eine Fläche des Landgutes Krosigk am Trothaer Hafen abweiden lassen. Auf dem Areal direkt an der Saale macht der Agrarbetrieb im Frühsommer auch Heu für die Winterfütterung. Während der Schäfer die Herde zum Nachtpferch treibt, arbeitet Traktorist Hubertus Neuhaus das Grünland mit Schlepper und Mulcher noch einmal nach, damit sich im kommenden Frühjahr wieder ein guter Aufwuchs etablieren kann.

 

Zurück in die Franzigmark

Die nächsten Tage und Wochen wird Christian Winz zusammen mit seinem jüngeren Bruder Michael den überwiegenden Teil des Krosigker Schafbestandes dann wieder auf den angestammten Weiden in der Franzigmark betreuen. Das Landgut pflegt das Naturschutzgebiet vor den Toren der Saalestadt Halle im Rahmen des Vertragsnaturschutzes mit seinen Tieren. Zusammen haben die beiden Winz-Brüder rund 1.100 Schafe in ihrer Obhut. Tag für Tag kümmern sie sich vom frühen Morgen bis zum Dunkelwerden um ihre Herden. Der 32-jährige Michael betreut rund 700 Tiere. Neben 400 Muttern gehören auch 300 weibliche Jungschafe zu seiner Herde. Die sogenannten Zutreter sind Anfang 2013 zur Welt gekommen und sollen der Reproduktion des Krosigker Schafbestandes dienen. Für die relativ ungleiche Verteilung der Schafe gibt es eine simple Erklärung: „Meine Herde war in diesem Jahr dreimal bei Leistungshüten im Einsatz – im Mai zum Hüten der Auszubildenden, im Juli beim Vereinshüten Mittleres Saaletal und im August beim Landeshüten“, erläutert Christian Winz. In schon bewährter Weise war sein Arbeitgeberbetrieb Gastgeber der Wettbewerbe. „Für die Hüteentscheide müssten wir jedes Mal die Jungschafe aussortieren. Das wäre eine Menge zusätzlicher Arbeit“, sagt der Schäfermeister. Im Grunde genommen mache es bei den täglich anfallenden Arbeiten auch kaum einen Unterschied, ob die Herde etwas kleiner oder größer ist, weiß er.

 

Abtrieb in gut vier Wochen

Derzeit suchen sich die Schafe ihr Futter auf dem Weideland noch allein. Abhängig vom weiteren Verlauf der Witterung und vom Futterangebot werden sie noch maximal etwa viereinhalb Wochen im Freien verbringen. „Für die 50. Kalenderwoche ist der Eintrieb vorgesehen“, blickt Christian Winz bereits voraus. Dann geht es per Fußmarsch in den gut ein Dutzend Kilometer entfernten Stall auf dem Betriebsgelände in Krosigk. Je nach Wetter wird der Treck diese Distanz in einem oder zwei Tagesmärschen bewältigen. Die Unterkunft für die Tiere in Krosigk ist zum Teil schon vorbereitet: „Der Stall ist ausgemistet, gereinigt und desinfiziert“, sagt der Schäfermeister. „Nun müssen noch die Horden und Raufen eingeräumt und aufgestellt und der Stall frisch mit Stroh eingestreut werden.“

 

Hütesaison begann spät

Zeitgleich mit seinen beiden Söhnen wird sich dann auch Altmeister Martin Winz mit seiner Herde auf den Weg nach Krosigk und anschließend in das Winterquartier in Kösseln machen. Der 65-jährige Schäfermeister pflegt während der Hütesaison, die in diesem Jahr wegen des langen Winters erst Mitte April mit dreiwöchiger Verspätung gegenüber anderen Jahren begann, mit seiner 400-köpfigen Herde Naturschutzflächen an den Saalehängen bei Wettin. Im Winter betreut der Senior im kleineren Kösselner Stall bis zu 180 Schafe sowie die ebenfalls zu den Herden gehörenden Ziegen und einige Esel.

 

Zur Bockauktion nach Frankreich

Anfang Dezember werden die Männer der Schäferfamilie Winz auch noch einen dienstlichen Kurztrip nach Frankreich machen. Im Nordosten des Landes, in Ville-en-Vermois, werden sie eine Bockauktion besuchen, um geprüfte Vererber der Rasse Ile de France zur Blutauffrischung in der Krosigker Herde zu erwerben. Vor etlichen Jahren schon hat das Landgut seine Herdbuchzucht auf diese Merinorasse umgestellt. „Wenigstens sechs Böcke in guter Qualität wollen wir mitbringen“, sagt Christian Winz.

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