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  • 2013.02.07.

Vorbereitung auf die Ernte

Der lange Winter und das feuchtkühle Frühjahr lassen die Druschfrüchte in diesem Jahr später abreifen als sonst. „Vor Mitte Juli werden wir wohl nicht dreschen können“, glaubt Thomas Prüfer. Der Geschäftsführer des Landgutes Krosigk macht sich vor allem deshalb Gedanken, weil im Betrieb allein rund 1.250 ha Winterweizen zu ernten sind. „Sollte das Wetter nicht so mitspielen wie gewünscht, müssen wir das Korn eventuell auch mit höheren Feuchten bergen oder aber einen zusätzlichen Mähdrescher ordern“, spielt der Betriebsleiter bereits mögliche Szenarien durch.

Momentan geht es im Landgut aber erst einmal darum, an den eigenen vier Erntemaschinen die letzten Arbeiten für ihren mehrwöchigen Einsatz zu erledigen. Am Montag war Landwirt David Junge in der Abstellhalle auf dem Gelände des Technikstützpunktes in Kaltenmark dabei, das gut neun Meter breite Schneidwerk von einem der John-Deere-Mähdrescher nach dem Wechsel des Messerbalkens und der Messerdoppelfinger wieder zusammen zu bauen. Beim Einsetzen der zuvor gereinigten, gewarteten und durchreparierten sechs Einzugsbänder half dem Stammfahrer der 15-jährige Alexander Zimmer. Der Gymnasiast aus Zörbig absolviert derzeit ein 14-tägiges Praktikum im Landgut und kann sich gut vorstellen, später einmal in der Pflanzenproduktion zu arbeiten.

„Das ist schon prima, wenn man bei kniffligen Arbeiten einen zweiten Mann an der Seite hat, der mit zupackt“, freut sich David Junge über die Hilfe. Der 32-Jährige war bereits in der Vorwoche drei Tage lang in der Werkstatt mit den Vorbereitungen an seiner Stammmaschine beschäftigt. Zwei weitere Schneidwerke hatten Kollegen an Regentagen fertig gemacht. Auch die beiden Überladewagen des Betriebes werden derzeit überprüft.

Sämtliche Pflege- und Wartungsarbeiten sowie den Wechsel von Verschleißteilen an den Mähdreschern, als auch alle anfallenden Arbeiten an den Schneidwerken erledigen die Mitarbeiter des Landgutes selbst. Spezialarbeiten an den Dreschern, die spezielle Kenntnisse und technische Geräte bzw. Werkzeuge erfordern, übernimmt die Stücker Landtechnik-Filiale in Domnitz. Diese Arbeiten wurden bereits in den Wintermonaten durchgeführt.

Am Montag hat Geschäftsführer Thomas Prüfer beim Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Süd einen Antrag auf Schadenausgleich für Hochwasserschäden auf fünf Hektar Wiesen und acht Hektar Weizen gestellt. Zudem gingen ein Fördermittelantrag an das Landwirtschaftsamt und ein Bauantrag an das Landratsamt des Saalekreises für den Bau eines neuen Schafstalles. Der soll auf dem Betriebshof in Krosigk entstehen und 350 neue Tierplätze bieten. Vorgesehen sei, so Prüfer, dazu zwei der vier Silozellen eines vorhandenen Betonfahrsilos mit einem Leichtbaudach zu überdecken, das auf Metallstützen ruht. Mit dieser Investition würde das Unternehmen sozusagen gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Durch den gleichzeitigen Ersatz des alten Schafstalles in Kösseln wird die Schafhaltung an einem Standort konzentriert, was aus arbeitswirtschaftlicher Sicht von Vorteil ist. Auch kann dann die vorhandene Technik effektiver eingesetzt werden. Und der Sozialtrakt in Krosigk ist dann von allen Mitarbeitern des Betriebszweiges nutzbar. Darüber hinaus verkürzen sich die Informationswege, zählt Thomas Prüfer auf. Die komplette Betreuung des Investitionsvorhabens wird die Landgesellschaft übernehmen, erklärt er.

Mit dem Stallbau, der bis zum Eintrieb der Herden Ende November abgeschlossen sein soll, kann auch der Schafbestand der Agrargesellschaft auf rund 1.500 Mutterschafe aufgestockt werden. Geplant sei, so blickt Betriebsleiter Prüfer voraus, zusätzliche Pflegemaßnahmen auf künftigen Ersatz- und Ausgleichflächen für den Bau der Autobahn A 143 zu übernehmen.

 

 

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