• 2012
  • 28.05.
  • 2012.28.05.

Trockenheit sorgt für zwiespältige Gefühle

Besser können die Bedingungen für die Futtergewinnung nicht sein. Bis Mitte voriger Woche war im Landgut Krosigk das Gras auf rund 15 Hektar Grünland gemäht, getrocknet und eingebracht. Fast 150 Großballen Heu sind unter Dach und Fach – Winterfutter für die Schafe des Landgutes und die Pferde des Krosigker Pferdehofes. Bis gestern sollte von weiteren Flächen im selben Umfang Heu bereitet sein. „Gemäht wird in Etappen, damit wir mit dem Wenden nachkommen“, erklärt Björn Küstermann. Die Mahd übernimmt Lohnunternehmer Stefan Zander aus Weißandt-Gölzau mit einem Schlepper, der mit Front- und Heckmähwerk ausgerüstet ist. „Ein zuverlässiger Partner unseres Betriebes“, betont der Feldbauchef des Landgutes.

Die übrigen Arbeiten in der Futterkette bis hin zum Pressen der 200 bis 250 Kilo schweren Bunde erledigt das Landgut mit eigener Technik. In diesem Jahr kommen dabei auch neue Geräte zum Einsatz, die erst angeschafft wurden: ein Heuwender und ein Schwader mit 6 bzw. 7 Meter Arbeitsbreite, Gesamtkosten: gut 20.000 Euro. „Mit dem Ersatz unserer alten Maschinen erhöhen wir die Einsatzsicherheit und die Schlagkraft“, erläutert Küstermann.

Sorgen bereitet die gegenwärtig trocken-warme Witterung dem Diplomagraringenieur und seiner Kollegin Kirsten Wilzki indes hinsichtlich der Feldkulturen. Vor allem im Weizen werden die ersten Trockenschäden sichtbar, insbesondere auf Kuppen in den Schlägen. „Der Bodenwasservorrat ist inzwischen aufgezehrt“, weiß Küstermann. In den Monaten Februar, März und April hat es lediglich 14, fünf bzw. zwölf Millimeter Regen gegeben. Damit fehlten in diesem Zeitraum insgesamt 70 Liter Niederschlag im Vergleich zum langjährigen Mittel. Die 35 Millimeter Regen zu Anfang Mai haben für etwas Entspannung gesorgt. „Das war ein glücklicher Umstand für uns“, sagt der Feldbauleiter. Sollte in den nächsten Tagen allerdings nichts hinzukommen, wird sich das Bild auf den Äckern verschlimmern.

Durch seine Lage im Regenschatten des Harzes muss das Landgut ohnehin mit lediglich rund 500 Millimeter Jahresniederschlag auskommen. „Mit dieser Menge können wir dennoch gut wirtschaften, weil es unsere Böden hergeben. Entscheidend ist die Niederschlagsverteilung“, betont Küstermann. So sind auch alle Produktionsverfahren im Marktfruchtbau des Betriebes auf Wassereinsparung ausgerichtet. Bestes Beispiel dafür ist die pfluglose Bodenbearbeitung.

Ärgerlich ist der Wassermangel indes nicht nur wegen der möglicherweise zu erwartenden Ertragsausfälle, sondern auch aus Kostengründen. „Unsere Feldkulturen standen sehr gut da. Dementsprechend haben wir beim Pflanzenschutz und bei der Düngung eine relativ hohe Intensität gefahren“, sagt Kirsten Wilzki. Sollten sich die ursprünglichen Ertragserwartungen nicht erfüllen, sei fraglich, ob sich der betriebene Aufwand letztlich auszahlt. „Bis jetzt haben wir als Landwirte alles für eine gute Ernte getan. Nun muss es die Natur richten“, sagt die Pflanzenschutzagronomin.

 

 

Themen: Heu, Trockenheit
comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr