• 2013
  • 12.07.
  • 2013.12.07.

Sechs Schäfer im Wettstreit

In der Familie Winz wird sehr viel Wert auf den Erhalt und die Pflege alter Traditionen der Schäferzunft gelegt. So engagieren sich Schäfermeister Martin Winz und seine Ehefrau Else wie auch die beiden Söhne Christian und Michael zum Beispiel für die Durchführung von Hütewettbewerben. Der vom Landgut Krosigk alljährlich im Mai/Juni ausgerichtete und von den drei „Winz-Männern“ vorbereitete und organisierte Leistungsvergleich der Lehrlinge im Beruf Tierwirt mit Fachrichtung Schafhaltung bildet stets den Auftakt der Hütewettbewerbe im Land Sachsen-Anhalt. In den Sommermonaten folgen dann die regionalen Entscheide der landesweit vier Schäfervereine und Ende August das Landeshüten.

In diesem Jahr ist das Landgut traditionell wieder Gastgeber des Hütens des Schäfervereins „Mittleres Saaletal“ und darüber hinaus auch des Landesleistungshütens. Letzteres wird am 24. August am Mühlberg, unweit der Ortslage Krosigk, stattfinden. Doch zunächst steigt am 20. Juli um 10 Uhr das Saaletal-Hüten, bei dem sich die drei Männer der Familie Winz sowie drei weitere Schäfer im Wettstreit messen werden. „Neben Schäfermeister Mario Wehlitz aus Brambach haben wir mit Rainer Schulze und Sven Holland zwei Gaststarter aus Brandenburg“, weiß Christian Winz zu berichten. Der junge Schäfermeister steht dem Verein „Mittleres Saaletal“ vor. Für Laura Trappschuh, Auszubildende im ersten Lehrjahr im Beruf Tierwirt/Schafhaltung im Landgut Krosigk, die sich auch mit dem Gedanken getragen hatte, am Hüten teilzunehmen, liegt der Termin jedoch denkbar ungünstig. Sie hatte zuletzt vier Wochen Schule, sodass ihr nur vier Tage Vorbereitungszeit bleiben würden. „Das wäre selbst für einen erfahrenen Hüter nicht zu schaffen“, weiß Christian Winz. Er selbst und Bruder Michael sowie Vater Martin üben schon seit Wochen bei der täglichen Hütearbeit intensiv mit ihren Altdeutschen Hütehunden für den Wettbewerb.

Die beiden Brüder, die die in der Franzigmark bei Morl stehenden Schafe des Landgutes betreuen, haben in den letzten Tagen und Wochen das Hütegelände und die Herde für das Vereinshüten vorbereitet. Die Fläche wurde abgeweidet, sodass sich jetzt das frische Grün zeigt. Der Pferch für das Hüten ist aufgebaut, die Begrenzungen der einzelnen Parzellen im engen Gehüt sowie entlang des Parcours sind aus dem Aufwuchs herausgeschnitten, sodass die „Furchen“ für Hüter und Hunde gut sichtbar sind. „Den Triebweg haben wir von den Schafen noch einmal abweiden lassen, damit die Herde nicht schon beim Auspferchen stehen bleibt und zu fressen beginnt“, erläutert Christian Winz. Damit sich die Herde dann auch von den anderen Wettbewerbsteilnehmern gut führen lässt, wurden die Mutterschafe in letzter Zeit mehrfach entlang der Triebwege über den Hüteparcours geführt.

„Es ist schon beeindruckend, wenn die 400 Weiber auf einen Pfiff gehorchen“, lacht Christian Winz und setzt gleich noch einen Spaß oben drauf: „Da könnte sich so mancher Ehemann den einen oder anderen Ratschlag bei mir holen“, schmunzelt er, um im nächsten Atemzug aber auf die noch anstehenden Aufgaben zu verweisen: „In den nächsten Tagen müssen wir noch das große Zelt aufbauen und die letzten Absprachen zur Versorgung der Gäste treffen.“ Der Vereinschef hofft auf eine entsprechend gute Besucherresonanz zum Vereinshüten und für den Veranstaltungstag vor allem natürlich auf eins - gutes Wetter.

 

comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr