• 2013
  • 15.10.
  • 2013.15.10.

Schafe in den Brachwitzer Alpen

Schäfermeister Christian Winz mit seinen Hütehunden Jette und Linda.

Christian Winz

Schäfermeister Christian Winz mit seinen Hütehunden Jette und Linda.

Bildgalerie: Schafe in den Brachwitzer Alpen


Die 435 Merinoschafe der Rasse Ile de France knabbern an den Kamillenblüten, die sich auf der leicht hügeligen Fläche unweit der Landstraße zwischen Gimritz und Brachwitz im Saalekreis zu Hauf finden. Der Aufwuchs auf der Ackerfläche, die inmitten einer Porphyrkuppenlandschaft in den sogenannten Brachwitzer Alpen liegt, ist eher mager. Dies verwundert insofern nicht, als es sich hier um einen Grenzertragsstandort handelt, der zudem zu einem Ökopoolprojekt der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH gehört. Das als FFH- bzw. Naturschutzgebiet ausgewiesene und im Landesentwicklungsplan als Vorranggebiet für Natur und Landschaft festgesetzte Areal soll in der landwirtschaftlichen Nutzung bleiben, aber in Grünland umgewandelt werden. Denn innerhalb der bisher ackerbaulich genutzten Flächen liegen inselartig Porphyrkuppen, die aus naturschutzfachlicher Sicht besonders wertvoll sind, weil sie schützenswerten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten. Um den genetischen Austausch zwischen den Flächen zu gewährleisten, sollen die Biotope über eben jene dazwischenliegenden künftigen Grünlandflächen miteinander vernetzt werden.

Acker in Grünland umgewandelt

Für die naturschutzfachliche Aufwertung des Gebietes im Rahmen eines Ökopoolprojektes, das dann als Ausgleich für Eingriffe in die Natur durch Infrastruktur- und anderen Maßnahmen dienen soll, wurde das insgesamt elf Hektar umfassende Ackerland nach der eigentumsrechtlichen Sicherung durch die Landgesellschaft ab 2010 zunächst durch den zweijährigen Anbau von Feldkulturen ohne Düngung ausgehungert, um dem Boden überschüssige Nährstoffe zu entziehen. Dann erfolgte auf einer ersten Teilfläche im vergangenen Herbst die Ansaat einer speziell für das Projektgebiet zusammengestellten Kräuter-Gräser-Mischung. Kürzlich wurde auch eine zweite Teilfläche eingesät.

Kamille soll verbissen werden

Auf der im Vorjahr mit der Spezialmischung bestellten Fläche sollen nun die Schafe des Krosigker Landgutes insbesondere die dort vorherrschende Kamille verbeißen. Je nach vorhandener Grünmasse werden Teile der Fläche jeweils nur verhalten bzw. mittel oder stärker überweidet. Die Maßnahmen hat Christian Winz zuvor mit Ines Pozimski, Projektplanerin bei der Landgesellschaft, abgestimmt. Von Montagabend bis Freitagmorgen dieser Woche zieht der junge Schäfermeister zusammen mit seinen Altdeutschen Hütehunden Jette und Linda entsprechend der Vorgaben über die insgesamt rund sechs Hektar große Teilfläche sowie die Randzone einer größeren Porphyrkuppe. Am Freitagvormittag werden die Schafe dann per Fußmarsch mit ihrem Hirten in die etwa anderthalb Kilometer entfernte Franzigmark bei Morl zu ihren übrigen Artgenossen auf die Weiden zurückkehren.

comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr