• 2014
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  • 2014.29.01.

Rübenanbau bleibt lukrativ

© Detlef Finger

Björn Küstermann, Feldbauleiter im Landgut Krosigk, hatte im Herbst 300 Tonnen Zuckerrüben als Winterfutter für den Schafbestand des Unternehmens in ein Silo auf dem Betriebshof fahren lassen.

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Zwischen 200 und 210 ha Ackerland bestellt das Landgut Krosigk alljährlich mit Zuckerrüben. „Wir streben im Betrieb eine sichere Quotenerfüllung an“, erklärt Feldbauleiter Björn Küstermann. Als Mitglied des Vorstandes des Zuckerrübenanbauerverbandes Könnern leitete der Landwirt am Dienstag in der Zuckerfabrik in Könnern die Winterversammlung für die Anbauregion II des Werkes der Pfeifer & Langen GmbH & Co. KG. Für die Lieferanten im östlichen einstigen Saalkreis, im Süden des ehemaligen Kreises Bernburg sowie in den Altkreisen Köthen und Bitterfeld stehen für die letztjährige Kampagne Durchschnittserträge von 55,8 t/ha Rüben (bei 18,2 % Zuckergehalt) bzw. 10,2 t/ha Zucker für die insgesamt rund 5.900 ha Anbaufläche zu Buche.

Erheblicher Massezuwachs

Das Landgut liegt mit seinen mittleren Ertragswerten von 54,3 t/ha Rüben (bei 18,3 % Zuckergehalt) bzw. knapp 10 t/ha Zucker auf dem Durchschnittsniveau der Region. „Wir hatten einen recht großen Anteil Rüben in der frühen Rodung und auch hohe Spreizungen zwischen den einzelnen Schlägen“, erläutert Küstermann das betriebliche Ergebnis. Die erste Charge Rüben, die am 25. September aus der Erde kam, hätte lediglich 48,0 t/ha im Schnitt gebracht. Die letzten Hackfrüchte, die Ende November geerntet wurden, seien auf deutlich über 60 t/ha gekommen. Der Zuwachs in diesen acht Wochen habe also weit mehr als 10 t/ha Rüben ausgemacht, rechnet der Diplomagraringenieur vor. Hadern will Küstermann mit dem teils entgangenen Ertragszuwachs dennoch nicht: „So ist das nun mal mit dem Solidarprinzip, nach dem die Vergabe der Liefertermine an die Anbauer jährlich rotiert“, weiß er.

Sehr gute innere Qualität

Die Krosigker Landwirte hatten ihre Rübenfläche im Herbst entsprechend den vorgegebenen Lieferzeiträumen in insgesamt vier Teilmengen vom Lohnunternehmen Heller aus Reppichau roden lassen. Rund 11.050 Tonnen reine Rüben wurden an die Zuckerfabrik im Salzlandkreis geliefert. Der Besatz war in der zurückliegenden Saison, vor allem wegen der sehr ergiebigen Niederschläge im November, mit im Mittel zehn Prozent relativ üppig. „Zum ersten Rodetermin lagen wir bei guten sechs Prozent, zum Schluss war der Erdanhang doppelt so hoch“, weiß Küstermann. Mit einem Wert von 90 % theoretischer Zuckerausbeute wiesen die Krosigker Rüben allerdings eine sehr gute innere Qualität auf. Dieser Parameter ist entscheidend für die technologische Verarbeitbarkeit der Rüben und wird über die Ausreichung von Qualitätsprämien zusätzlich honoriert.

Quotenmengen erfüllt

Mit den kalkulierten Erlösen, die den Rübenanbauern auf den Winterversammlungen vorgestellt wurden, ist Küstermann durchaus zufrieden. Für die Quotenrüben werden, gerechnet auf 16 % Standardsaccharosegehalt, einschließlich aller Zusatzvergütungen und der Landwirtebeteiligung voraussichtlich mehr als 45 €/t gezahlt. Die Industrierüben bringen nach dem flexiblen Preismodell zwischen 30 bis 31 €/t, und auch die Überrüben werden wohl mit ca. 30 €/t vergütet werden. Der Anteil der über die vertraglich vereinbarten Liefermengen hinaus erzeugten Rüben liegt im Landgut Krosigk für das Anbaujahr 2013 bei lediglich drei Prozent. 300 Tonnen Rüben wurden als Winterfutter für die Schafe des Landgutes reserviert.

Detlef Finger

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