• 2013
  • 11.03.
  • 2013.11.03.

„QS-Gedanke ist bei uns gelebte Praxis“

Björn Küstermann sitzt dieser Tage des Öfteren in seinem Büro vor den dicken Ordnern mit Unterlagen zum Basisqualitätsmanagement (BQM) Landwirtschaft. Das Landgut Krosigk hat das System vor Jahren im betrieblichen Feldbau und in der Schafhaltung eingeführt. Analog dem im eigenen Ackerbau zusätzlich etablierten QS-System soll es für Qualität und Sicherheit in den Produktionsprozessen sorgen. „Der QS-Gedanke ist bei uns gelebte Praxis“, betont der Feldbauleiter. Schließlich trage das System als Kontroll- und Managementinstrument auch dazu bei, alle betriebsinternen Abläufe noch besser zu gestalten, mögliche Fehlerquellen zu erkennen und zu beseitigen sowie für mögliche Not- bzw. Havariefälle gerüstet zu sein.

Nach den alljährlichen Überwachungsaudits und der erfolgreichen Rezertifizierung des gesamtbetrieblichen BQM Landwirtschaft im Sommer 2010 steht nun erneut ein „richtiges“ Wiederholungsaudit im Ackerbau an. Unterstützung erhält der Betrieb hierbei durch die GUBB Unternehmensberatung in Halle, das Rezertifizierungsverfahren wird über den Landeskontrollverband für Qualitäts- und Leistungsprüfung (LKV), Halle, durchgeführt.

„Das System für den Betrieb wird von uns regelmäßig aktualisiert und sämtliche Maßnahmen werden auch laufend dokumentiert“, verweist Küstermann auf den zeitlichen Aufwand, der neben den einmaligen finanziellen Kosten für die Etablierung des Systems und den Gebühren für die jährlichen Überprüfungen anfällt, wenngleich diese durch die Agrarmarketinggesellschaft (AMG) gefördert werden . „Die Aufwendungen bringen uns Landwirten nicht einen Cent Mehrerlös für unsere Produkte“, macht der Diplomagraringenieur zudem deutlich. Auch schütze das BQM-System den Betrieb nicht vor Skandalen, die durch das Handeln Dritter in betrügerischer Absicht entstehen, so wie es offenbar bei den jüngst aufgedeckten Vorkommnissen der Fall war.

Dennoch steht die Betriebsleitung und stehen auch die Mitarbeiter des Landgutes wegen der positiven Wirkungen für das Unternehmen hinter dem Qualitätsmanagementsystem. Ärgerlich sei allerdings, dass andere Betriebe solche Systeme nicht haben und „unser Getreide, von dem bei uns jede Fuhre untersucht wird, oder unsere Zuckerrüben dann unter Umständen beim Erfassungshandel oder beim Verarbeiter auf dem gleichen Haufen landen“, sagt Landgut-Geschäftsführer Thomas Prüfer.

 

 

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