• 2012
  • 14.05.
  • 2012.14.05.

Prüfungsstress für Schäfer-Azubis

Olga Abel ist schon ganz schön aufgeregt. Morgen geht die junge Frau, die im Landgut Krosigk als Quereinsteigerin in ihrer zweiten Ausbildung den Beruf Tierwirt/Schafhaltung erlernt, beim Leistungshüten der Schäferlehrlinge in der Franzigmark bei Morl an den Start.

Mit „Sunny“ wird ein noch recht junger Helfer an ihrer Seite stehen. Der Hund, ein Strobel - ein vor allem im süddeutschen Raum beheimateter Schlag der Altdeutschen Hütehunde - ist erst zwei Jahre alt.

Sechs Teilnehmer sind für den Wettbewerb gemeldet: Neben der Lokalmatadorin sind das zwei Brandenburger Hüter sowie je ein Lehrling aus Sachsen, Thüringen und Niedersachsen.

Olgas Ausbildungsbetrieb ist Gastgeber des Entscheides, der schon traditionell jedes Jahr Mitte Mai die Saison der Hütewettbewerbe hierzulande eröffnet. Grundlage dafür ist die gute Zusammenarbeit, die den Praxisbetrieb schon seit Jahren mit den Berufsbildenden Schulen des Saalekreises verbindet. Die Schäferlehrlinge aus der BbS-Außenstelle im nahen Merbitz absolvieren im Krosigker Schafstall einen Teil ihrer praktischen Ausbildung.

Das Berufs-Einmaleins erlernt Olga im Landgut bei Schäfermeister Martin Winz. Einen besseren Lehrmeister könnte sie sich wohl kaum wünschen. Der 63-Jährige ist nicht nur ein exzellenter Fachmann, sondern auch ein überaus erfahrener und vor allem erfolgreicher Hüter. Mit neun Landesmeistertiteln bei 17 Finalteilnahmen ist er alleiniger Rekordhalter in Sachsen-Anhalt und hat es auch schon zu zwei Bundessiegertiteln gebracht.

Gehütet wird morgen indes mit der Herde von Christian Winz. Der Sohn des Altmeisters, der den Meisterbrief bereits ebenfalls in der Tasche hat, ist wie sein Vater und sein Bruder Michael fest im Betrieb angestellt. Gemeinsam umsorgen sie gut 1.000 Mutterschafe samt Nachzucht. Christians Herde umfasst rund 450 Muttertiere der Rasse Ile de France und einige Coburger Fuchsschafe. Für die Auszubildenden wird es also eine echte Herausforderung, die Herde über den Hüteparcours zu leiten und die einzelnen Aufgaben zu meistern.

Die drei Schäfer des Landgutes haben in den letzten Tagen und Wochen wieder wie gewohnt alles bestens dafür vorbereitet: Das Hütegelände in dem Landschaftsschutzgebiet vor den Toren der Stadt Halle ist hergerichtet, die Schafe sind das tägliche Hüten ohnehin gewöhnt. Und auch für die Versorgung der Teilnehmer, Preisrichter und Zuschauer des Hütens ist gut vorgesorgt. Bleibt nur zu hoffen, dass das Wetter morgen mitspielt…

 

 

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