• 2013
  • 28.11.
  • 2013.28.11.

Praxisnaher Unterricht

Am Stalltor

Schäfermeister, Fachlehrerin und Azubis vor dem Schafstall Fotos: Detlef Finger

Vier Auszubildende der Berufsbildenden Schulen II des Saalekreises weilten an den vergangenen beiden Donnerstagen für jeweils etwa vier Stunden im Landgut Krosigk. Die angehenden Tierwirte der Fachrichtung Schafhaltung, die derzeit das dritte Lehrjahr bestreiten, waren zusammen mit Fachlehrerin Marina Gothe gekommen. Im großen Schafstall des Agrarunternehmens auf dem Betriebshof in Krosigk fand für die 19- bis 25-Jährigen unter Anleitung von Schäfermeister Christian Winz und Schäfer Michael Winz der sogenannte handlungsorientierte Unterricht statt.

Kenntnisse festigen

„Diese Form der speziellen Unterweisung zu ausgewählten Praxisthemen, die sich aus den Lernfeldern in der beruflichen Ausbildung in der Schule ergeben, führen wir für die Lehrlinge des zweiten und dritten Lehrjahres durch“, erklärt Marina Gothe. Die ausgebildete Pädagogin, die selbst den Schäfermeistertitel in der Tasche hat, weiß die gute Partnerschaft zwischen Berufsschule und Landgut zu schätzen. Im Betrieb können die Jugendlichen die im Unterricht in der Schule erworbenen Kenntnisse anwenden und festigen. Für die Teamfähigkeit, die Zusammenarbeit und das Lösen von Problemen seien die Ausflüge in die Praxis ebenfalls von Vorteil, so die Lehrerin.

 

Stall wird desinfiziert

An diesem Tag steht als Thema das Einrichten eines Stalles für die Winterhaltung der Tiere auf dem Programm. Die beiden Schäfer sind gerade dabei, die Gatter und Futterraufen mit einem Radlader in den Schafstall zu bringen und aufzustellen. Bevor dies geschieht, bringen die Auszubildenden ein Pulver zur Trockendesinfektion auf dem Stallboden aus. Germicidan-Einstreu steht auf den Papiersäcken, aus denen die Lehrlinge kleinere Mengen in ihre Eimer abfüllen. Das biologische Präparat, das laut Deklaration unter anderem Oxide und Carbonate von Magnesium und Kalzium sowie organische Stoffe enthält, hemmt die Entwicklung von Keimen wie Bakterien, Pilzen und Viren, tötet Fliegenlarven ab und bindet Ammoniak. Damit trägt es auch zur Verbesserung des Stallklimas bei.

Vier Wochenstunden

Zu den Hauptinhalten der praxisnahen Ausbildung der angehenden Schäferfacharbeiter gehören insbesondere die Haltung und Fütterung der Schafe sowie die Aufzucht der Lämmer. Vier Wochenstunden sind während der Schulblöcke an handlungsorientiertem Unterricht vorgesehen. Für jedes Lernfeld gibt es eine bestimmte Stundenanzahl, sagt Marina Gothe. Je nach Jahreszeit begleiten die Lehrlinge die Schäfer bei den gerade anstehenden Arbeiten – sowohl im Stall wie jetzt im Spätherbst und dann während der winterlichen Lammzeit, als auch während der Vegetationsperiode draußen auf der Weide. Zu den in diesem Lehrjahr geplanten Unternehmungen gehören laut Gothe auch die Besichtigung eines Ziegenhofes sowie der Besuch der Mitteldeutschen Bockauktion im Frühjahr im sächsischen Kölsa. Pro Lehrjahr lernen die Auszubildenden im Durchschnitt zwölf Wochen in der Berufsschule, wobei die Berufstheorie in der Regel in Kursen von je einer Woche zu absolvieren ist.

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