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  • 2014.26.03.

Mit drei Böcken zur Auktion

© Detlef Finger

Die Auszubildende Laura Trappschuh präsentiert den Fleischsiegerbock der Rasse Ile de France aus ihrem Lehrbetrieb, dem Landgut Krosigk, vor der Versteigerung noch einmal im Auktionsring.

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Die Mitteldeutsche Schafbockauktion der Landesschafzuchtverbände Berlin-Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat auch im Terminkalender der Schäfer des Landgutes Krosigk einen festen Platz. In der vergangenen Woche war Schäfermeister Martin Winz zusammen mit seinen Söhnen Christian und Michael sowie der Auszubildenden Laura Trappschuh im nordsächsischen Kölsa, um selbst gezogene Böcke der Rasse Ile de France an den Mann bzw. die Frau zu bringen.

In diesem Jahr beschickte der Betrieb, der seine Merinofleischschafherde vor Jahren durch Einkreuzung der französischen Merinorasse umgezüchtet hat, die Versteigerung mit drei Jährlingsböcken aus der Ablammsaison 2013. Der Krosigker Bock mit der Katalognummer 56 wurde von den Preisrichtern immerhin zum Fleischsieger gekürt. Dieser Titel, der auf die Wirtschaftsvereinigung Deutsches Lammfleisch (WDL) zurückgeht, wird an besonders gut bemuskelte Tiere mit hervorragender Qualität des Schlachtkörpers vergeben. Sieg und Reservesieg gingen an die beiden Ile de France-Böcke aus der Zucht des befreundeten Schäfermeisters Marion Wehlitz in Brambach bei Dessau.

Auf Blutlinien achten

Die Krosigker Züchter erlösten für ihre in Wertklasse I eingestuften Böcke zweimal 500 Euro und einmal 600 Euro. „Es lohnt nicht, Böcke der Wertklasse II auf der Auktion anzubieten, zumal die Nachfrage nicht so groß ist. Dazu hat diese Rasse bei uns eine nicht allzu starke Verbreitung“, begründete Altmeister Martin Winz die gegenüber anderen Jahren geringer Zahl an aufgetriebenen Krosigker Böcken. Der 65-Jährige kümmert sich im Kösselner Stall alljährlich um die Aufzucht der besten männlichen Tiere. Das Landgut selbst setzt vor allem aus Gründen der Blutlinienführung seit Jahren für die Reproduktion seines Herdbuchmutterschafbestandes Vererber aus Zuchten aus der Ursprungsregion dieser Merinorasse ein. Diese wurden bislang immer Anfang Dezember auf einer Auktion in Nordfrankreich erworben.

Im vergangenen Jahr fiel diese Versteigerung allerdings aus, sodass sich der Betrieb nach einer Alternative umsehen musste. Diese fand sich am 20. Februar auf der Frühjahrsauktion des Landesschafzuchtverbandes Baden-Württemberg in Herrenberg. Dort ersteigerten die Krosigker Schäfer drei Topvererber aus der Zucht von Harald Streicher, Ilsfeld, der den Sieger und auch den Reservesieger der Ile de France stellte. Ersterer Bock wurde zudem Fleischsieger aller Fleischschafrassen dieser Auktion. Die acht aufgetriebenen Ile de France-Böcke wechselten in Herrenberg im Übrigen zu einem Durchschnittspreis von 1.244 Euro ihren Besitzer.

Detlef Finger

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