• 2013
  • 03.06.
  • 2013.03.06.

„Ist der Mai kühl und nass…“

„Wir hatten im Mai etwa 120 mm Niederschlag, wobei die Regenmengen örtlich zum Teil sehr stark differierten“, zog Kirsten Wilzki heute Mittag eine erste Wetterbilanz. Für den Betrieb, der im Regenschatten des Harzes Ackerbau betreibt und in anderen Jahren in den Frühjahrsmonaten sich eher nach ausreichend Nass für die Feldkulturen sehnt, ist das eine ganze Menge. Denn im langjährigen Mittel fallen hier durchschnittlich übers gesamte Jahr nur 480 mm Niederschlag. „Am 7. Mai hatten wir am Betriebshof 40 mm, am 28. Mai waren es 30 mm“, verweist Kirsten Wilzki auf die Tageshöchstwerte in ihren Aufzeichnungen. Zum Vergleich: Für den ganzen Wonnemonat liegt das Soll laut Deutschem Wetterdienst bei 52 mm. „Zum Glück kamen die Niederschläge immer als Landregen …“, schiebt die Pflanzenschutzverantwortliche im Landgut Krosigk nach. Und sie verweist auf die Regenmengen der Vorjahre: „2012 hatten wir im Mai 66 mm Niederschlag, 2011 waren es nur 13 mm.“

„Zum ersten Mal seit 50 Jahren sind die Böden in weiten Teilen Deutschlands mit Wasser übersättigt“, verweist Wilzkis Kollege Björn Küstermann auf Informationen des Deutschen Wetterdienstes. Dass dies auch auf die Flächen des Landgutes zutrifft, wissen die beiden Diplomagraringenieure nur zu gut: Die Böden sind derzeit nicht befahrbar, an einigen Stellen zeichnen sich erste Vernässungsschäden ab. In kleinerem Umfang sind Flächen an Saale und Fuhne sogar überflutet. In der vergangenen Woche konnte auf einigen Schlägen noch Dünger gestreut werden, doch an Pflanzenschutzmaßnahmen ist derzeit – auch wegen des teils böigen Windes – überhaupt nicht zu denken.

„In den Zuckerrüben steht seit Mitte voriger Woche die 3. NAK an. Es ist höchste Eisenbahn für die Herbizidbehandlung“, weiß Kirsten Wilzki. Zumindest die über den Boden wirkenden Mittel zeigen aufgrund der Feuchte eine gute Wirkung. Und auch der Winterweizen müsste seine zweite und damit abschließende Fungizidbehandlung erhalten. „Die feuchtwarme Witterung befördert natürlich vor allem pilzliche Erkrankungen“, sagt die Landwirtin. Die ständige Feuchte birgt zudem ein weiteres Risiko: „Das Gewebe der Pflanzenstengel wird weich und die Halme damit anfällig gegenüber Regenschauern in Verbindung mit starkem Wind.“ Vor allem für die Wintergerste, die ihre Ähren geschoben hat und vor der Blüte steht, besteht nun besonders die Gefahr, dass die Bestände ins Lager gehen.

Optimistisch stimme zumindest, dass die Bodenwasservorräte jetzt im Gegensatz zu anderen Jahren wohl bis zur Ernte des Getreides ausreichen dürften, auch wenn sich nun im Juni eine längere Trockenphase anschließen sollte, sagt Kirsten Wilzki. Sie rechnet zudem damit, dass sich der Drusch der Wintergerste aufgrund des späten Frühjahrs und der zuletzt sehr kühlen Temperaturen aus heutiger Sicht um zwei bis drei Wochen verschieben wird – Erntestart wäre somit nicht vor Mitte Juli.

Zunächst hoffen die Verantwortlichen und die Mitarbeiter des Landgutes aber auf besseres Wetter in den nächsten Tagen. Dies nicht nur wegen der anstehenden Feldarbeiten und der auf dem Plan stehenden Gewinnung von Heu auf dem Grünland für die Pensionspferde und die Schafe des Landgutes, sondern auch wegen des Reitertages auf dem Pferdehof, der am Sonnabend ab 8 Uhr auf dem Betriebsgelände in Krosigk stattfindet.

 

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