• 2013
  • 29.07.
  • 2013.29.07.

Gerste unter Dach und Fach

Die Ergebnisse können sich sehen lassen: In Abhängigkeit vom Standort liegen die Naturalerträge bei der Wintergerste in Krosigk zwischen 73 und 94 dt/ha. Im Schnitt brachte die früheste Getreideart im Landgut um die 82 dt/ha. „Damit können wir durchaus zufrieden sein“, sagt Kirsten Wilzki, die den Pflanzenbau im Unternehmensverbund mitverantwortet. „Zumal wir zuvor nicht wussten, wohin die Reise gehen wird nach den Wetterkapriolen in der zurückliegenden Vegetationsperiode.“ Und auch die Qualitäten sind ansprechend, so die Diplomagraringenieurin weiter. Zwei Sorten standen im Feld, die sich die Anbaufläche teilten. Die Sorte Lomerit brachte durchgängig ein Hektolitergewicht von im Schnitt 64 kg. „Die alte Sorte hat uns nicht enttäuscht – alles Marktware“, freut sich Kirsten Wilzki. Für die Sorte Souleyka fällt die Bilanz differenzierter aus: Auf den besseren Standorten brachte auch sie im Mittel fast 65 kg/hl, auf den leichteren Böden offenbarte sie mit im Schnitt lediglich 60 kg/hl einige Schwächen. Der größte Teil der Gerste, die im Betrieb insgesamt auf 295 ha stand, wurde an vier aufeinander folgenden Druschtagen vom 17. bis 20. Juli vom Feld geholt. Die letzten Schläge, auf denen Mitte Juli „zwar die Ähren gelb waren, aber Halme und Blätter eben noch grün“, wie Feldbauleiter Björn Küstermann ergänzt, kam am vergangenen Freitag unter die Messer. Die Wintergerste wurde komplett aus der Ernte heraus an den Landhandel vermarktet; etwa zwei Drittel der Erntemenge gingen an den Roth Agrarhandel mit seinen Erfassungslägern in Beidersee und Zörbig, das andere Drittel an die Deuka in Könnern. Für rund 1.700 Tonnen Gerste hatte das Landgut noch im alten Jahr Vorkontrakte abgeschlossen, die dem Betrieb jetzt Erlöse von über 200 Euro/t bescherten. Die übrigen etwa 700 Tonnen Korn gingen nun zu den aktuell deutlich niedrigeren Tagespreisen weg. Dass Winterweizen und Winterraps in der Abreife noch nicht so weit sind, bescherte dem Druschkomplex in der Vorwoche eine mehrtägige Zwangspause. Die Niederschläge vom letzten Wochenende – örtlich fielen 10 bis 15 Liter Regen – taten dann ein Übriges. Ein Probedrusch mit dem Mähdrescher am Freitag in der frühesten Weizensorte im Betrieb, JB Asano, und auch die Handprobe am Samstag hatten bereits deutlich gemacht, dass es hier für einen Drusch noch zu früh ist. „Die Abreife im Bestand ist noch sehr unterschiedlich“, berichtet Björn Küstermann. Er rechnet damit, dass es eventuell Mitte dieser Woche mit dem Drusch weitergehen kann. Die Ernteunterbrechung nutzten die Mähdrescherfahrer am Montag, um an zwei der vier John-Deere-Maschinen des Unternehmens die Schneidwerke umzubauen und mit zusätzlichen Seitenmessern für den Rapsdrusch auszurüsten. Die Ölfrucht steht auf rund 600 ha, ist aber auch noch nicht komplett reif. Voraussichtlich wird es in den nächsten Tagen dann parallel in Weizen und Raps gehen. „Wir werden wohl zunächst auf kleineren Flächen mit leichteren Böden weitermachen und den Mähdrusch dann wieder mit voller Schlagkraft in einer Kultur fortsetzen“, so der Feldbauchef. Auf alle Fälle soll die Weizensorte JB Asano als nächste vom Halm, um die Flächen freizumachen für die Bodenbearbeitung zur anstehenden Rapsaussaat. Die Ölfrucht steht nach Wintergerste und eben frühem Weizen. Um die Saatgutbestellung wird sich Kirsten Wilzki in den nächsten Tagen kümmern. Gern hätte sie für die Sortenwahl schon einige Ertragsdaten zu den in diesem Jahr angebauten Sorten gehabt. Wegen der witterungsbedingten Ernteverzögerung wird sich das diesmal aber wohl kaum realisieren lassen.

 

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