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  • 02.04.
  • 2012.02.04.

Die Weidesaison hat begonnen

Kaum hat sich Ladeklappe des Viehanhängers bis in die Waagerechte gesenkt, da drängen auch schon die ersten Schafe ins Freie. Springböcken gleich sausen die Tiere von der Rampe, bis sich schließlich ein wahrer Schwall der kleinen Wiederkäuer auf die Wiese ergießt. Dort warten bereits Martin Winz und Olga Abel mit ihren Hütehunden, um die Herde erst einmal zu bändigen. Der erfahrene Schäfermeister und die angehende Tierwirtin für Schafhaltung werden die Tiere auch in den nächsten Monaten auf Naturschutzflächen in der Gemarkung der Gemeinde Wettin hüten.

Heran schaffen die Schafe die beiden Söhne des Altmeisters, Christian und Michael, die wie ihr Vater im Landgut Krosigk angestellt sind. Unterstützt werden sie von Traktorist Hubertus Neuhaus, der einen der beiden Schlepper samt großem Viehanhänger steuert. Den zweiten Traktor fährt Michael, der jüngere des Bruderpaares. Christian hat den Pferdeanhänger hinter dem VW-Transporter voll mit Schafen gepackt.

Am vergangenen Freitag begann im Landgut der Weideaustrieb. Zuerst wurden die Schafe aus dem von Martin Winz betreuten Stall in Kösseln auf die Hutungsflächen bei Wettin gefahren, hinzu kamen Tiere aus der großen Stallanlage auf dem Betriebshof in Krosigk, für die Christian und Michael verantwortlich sind. Heute und dann noch einmal in zehn bzw. in 14 Tagen werden die übrigen Schafe in die Franzigmark gebracht. Dort, vor den Toren der Stadt Halle, betreibt das Landgut mit den Pfennigsuchern Vertragsnaturschutz auf Flächen eines ehemaligen Truppenübungsplatzes.

Gemeinsam betreuen die drei Männer der Familie Winz die auf vier Herden aufgeteilten insgesamt rund 1.500 Schafe der Agrargesellschaft. Darunter sind 900 Muttertiere sowie jeweils etwa 300 Jährlinge bzw. ganz junge Zibben, rechnet der 33-jährige Christian vor, der den Meistertitel bereits ebenfalls in der Tasche hat. Hinzu kommen einige Böcke und etwa 50 Ziegen.

Seit dem Jahr 2001 wurde der Krosigker Bestand von Merinofleisch- und Merinolandschafen durch konsequente Verdrängungskreuzung auf Ile de France umgezüchtet. Die französische Merinorasse ist speziell auf Fleischleistung gezüchtet, die Schlachtkörper verfetten auch bei intensiver Mast nicht. Im Stall gemästet wird zunächst indes nur ein kleiner Teil der Lämmer, die im Winter zur Welt gekommen sind. Der überwiegende Teil der Schafe wird ganzjährig auf der Weide gehalten. Gehütet wird bis Mitte Dezember. Erst dann kehren die Tiere zum Ablammen in ihre heimatlichen Ställe zurück.

 

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