• 2012
  • 15.10.
  • 2012.15.10.

Bei Wind und Wetter draußen

Das Wetter ist an diesem Montagnachmittag relativ ungemütlich für einen Besuch beim Schäfer: Der Himmel ist wolkenverhangen, es sind nur knapp 10 Grad und ein frischer Wind pfeift über das kleine Hochplateau zwischen den Orten Mücheln und Döblitz im Saalekreis. „Mir macht das nichts aus“, sagt Martin Winz, während ich den Kragen meiner Jacke hochklappe. Auch Lars-Ole Schmutz hat sich warm angezogen. Der Tierwirt-Azubi, der das dritte Jahr seiner Schäferlehre im Landgut Krosigk absolviert, hilft dem Schäfermeister heute bei der Arbeit. Laura Trappschuh, Auszubildende im ersten Lehrjahr, hat diese Woche Schule. Abwechselnd begleiten sie in ihren berufspraktischen Wochen den Schäfermeister.

Um 6 Uhr in der Frühe macht sich der 64-Jährige allmorgendlich von Halle-Seeben aus auf zur Arbeit. Zunächst werden im alten Schafstall in Kösseln die Altböcke und die Jungböcke, die im kommenden Frühjahr zur Auktion aufgetrieben werden sollen, sowie die Hütehunde versorgt. Danach geht es mit den Hunden hinaus zur Herde in die Porphyrkuppenlandschaft zwischen Wettin und Gimritz, wo das Landgut knapp 100 Hektar Landschafts- und Naturschutzflächen mit den kleinen Wiederkäuern pflegt. Dort angekommen, wird als erstes der neue Pferch für die kommende Nacht mit Elektrozäunen abgesteckt.

Von etwa 10 Uhr an werden die rund 420 Schafe auf den umliegenden Flächen gehütet. „Wir betreiben die Hüteschafhaltung im Prinzip noch wie zu DDR-Zeiten“, erklärt Martin Winz, während er ein waches Auge auf die Pfennigsucher hat. Die Gelbbacken Lina und Gustel, zwei Altdeutsche Hütehunde aus Winz´ eigener Zucht, helfen dem Meister und seinem Lehrling heute dabei, die Herde „in Schach zu halten“.

Bevor die Schafherde am späten Nachmittag wieder eingepfercht wird, werden die Tiere am großen Wasserwagen noch einmal mit frischem Nass getränkt. Nachdem die Schafe so für die Nachtruhe im Freien vorbereitet sind, geht es gemeinsam noch einmal zum Kösselner Stall. Hier erhalten die Böcke und die Hütehunde wiederum Futter und Wasser. Erst dann machen sich der Meister und Azubi Lars-Ole auf den Heimweg. Es war erneut ein langer, anstrengender Tag für die Schäfer. „Das stört mich nicht“, meint Schäfermeister Martin Winz. Er übt seinen Beruf mit sehr viel Herzblut aus – und das seit nunmehr schon 48 Jahren.

 

comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr