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  • 2012.23.04.

Augenmerk auf Pflanzenschutz

In der Wintergerste wurde wegen Pilzinfektionen ein Mittel gegen Netzflecken, Rost und Mehltau ausgebracht. (Fotos: Björn Küstermann)

Der Raps steht auf den Feldern des Landgutes Krosigk zumeist schon in voller Blüte. „Eine Behandlung gegen den Rapsglanzkäfer war nicht mehr notwendig, weil die Schadschwellen nicht erreicht worden sind“, blickt Kirsten Wilzki noch einmal zurück. Mitte April wurde in der Wintergerste, die sich recht üppig präsentierte und somit das Mikroklima für pilzliche Infektionen bot, ein Mittel gegen Netzflecken, Rost und Mehltau ausgebracht. „Bei der Bonitur habe ich entsprechende Krankheitssymptome gefunden“, sagt die Fachfrau für den Pflanzenschutz. Die Fungizidgabe erfolgte zusammen mit der Vorlage von Medax Top und Moddus zur Halmstabilisierung. Der Wachstumsreglereinsatz wird auf zwei Gaben gesplittet. Die nächste ist – wenn sie erforderlich wird - kurz vor dem Ährenschieben der Gerste fällig.


Mittel gegen Pilzinfektionen

Ende vergangener Woche waren auch die Einkürzungsmaßnahmen im Winterweizen mit CCC und Moddus abgeschlossen. „Auf den später bestellten Flächen hatten die Bestände nun auch das Entwicklungsstadium BBCH 31 erreicht“, ergänzt Björn Küstermann. Der Einsatz von Fungiziden im Weizen, der mit gut 1.300 ha Anbauumfang die Hauptkultur im Betrieb ist, erfolgt ebenfalls nach dem Schadschwellenprinzip – in Abhängigkeit also von der Stärke des Krankheitsbefalls und unter Beachtung der Anfälligkeit der Sorten.


AHL-Einsatz bei Wintergerste und Winterweizen

Wie der Feldbauchef weiter informiert, wurden vergangenen Freitag und Sonnabend auch die Randstreifen der Wintergerste- und Winterweizenflächen behandelt - mit AHL. „Wir bringen den festen Stickstoffdünger mit einem auf 36 m Breite arbeitenden Schleuderstreuer aus, der über eine Grenzstreueinrichtung verfügt“, erläutert Küstermann dazu. Die letzten 4,5 m zu Schlaggrenzen hin würden damit bei der Mineraldüngung zunächst bewusst ausgespart, damit keine Düngerkörner auf Nachbarflächen und in angrenzende Gewässer gelangen. „Das ist nicht nur gute fachliche Praxis, das ist praktizierter Umweltschutz“, betont er.


Flüssigdünger gegen Nährstoffdefizit

Mit umgerechnet 150 l/ha des Flüssigdüngers wurde nun auf diesen unversorgt gebliebenen Randparzellen - sie machen etwa 70 ha von den insgesamt rund 1.800 ha Anbaufläche aus – das Nährstoffdefizit ausgeglichen. Dies geschah „messerscharf“ mit der Feldspritze, bei der dazu nur eine Teilarbeitsbreite von eben 4,5 m zugeschaltet wurde. Damit sichern die Krosigker Landwirte den Kornertrag auch auf den Streifen entlang der Schlagränder. „Die Alternative wäre ein Verzicht auf Ertrag und damit auf Erlöse“, sagt Küstermann. „Oder wir müssten unsere Technologie umstellen, was wiederum mit Kosten verbunden wäre.“


Sorge um Zuckerrüben

Bauchschmerzen bereiten den beiden Diplomagraringenieuren derzeit indes die Zuckerrüben. Bedingt durch die Trockenheit nach der Saat und die danach folgende kühle Witterung sind die Bestände ungleichmäßig aufgelaufen und haben sich die Pflanzen folglich unterschiedlich entwickelt. „Wenn wir Etagenrüben bekommen, führt das zu ackerbaulichen Problemen in der Bestandesführung und unter Umständen bis hin zu Schwierigkeiten in der Ernte“, sagt Kirsten Wilzki, die aber hofft, dass sich „das noch verwächst“.

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