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  • 14.05.
  • 2013.14.05.

Agrarförderantrag online gestellt

Von Kirsten Wilzki ist zu Wochenbeginn eine große Last abgefallen. Sie hat am Montag den Antrag auf Agrarförderung 2013 für die vier Unternehmen des Krosigker Betriebsverbundes (Landgut Krosigk GmbH, Gut Krosigk, Ackerbau- und Landschaftsschutz GmbH Morl, Gut Ostrau) auf elektronischem Weg an das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Süd übermittelt. Anschließend machte sie sich selbst auf den Weg in die Außenstelle der Behörde in Halle, um den für die weitere Bearbeitung zwingend erforderlichen Datenbegleitschein abzugeben und gegebenenfalls auch noch auftretende abschließende Fragen direkt mit dem zuständigen Sachbearbeiter/in klären zu können.

Für insgesamt rund 2 900 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, darunter zirka 330 ha Grünland und Ackergras, hat Kirsten Wilzki in den vergangenen Tagen und Wochen alle erforderlichen Kennzahlen in die Antragsunterlagen eingepflegt und die nötigen Flächennachweise geführt.

„Jetzt bin ich froh, dass es geschafft ist“, sagt die Diplomagraringenieurin. Denn sie ist im Landgut unter anderem auch verantwortlich für die Flächenverwaltung und den Pflanzenschutz. Und Letzterer hat zurzeit im Betrieb Hochkonjunktur. Zu Wochenbeginn erhielt der Winterraps die Blütenspritzung gegen Sklerotinia. Dem schloss sich unmittelbar die zweite Nachauflaufbehandlung der Zuckerrüben gegen Unkräuter mit einem Herbizid an. In den Wintergetreidebeständen war in der zweiten Hälfte der vergangenen Woche bereits eine Tankmischung mit Wachstumsregler und Fungizid gegen Blattkrankheiten appliziert worden.

„Auf der einen Seite der Arbeitsdruck im Pflanzenschutz und andererseits die heiße Phase in der Antragstellung - das passt vom Zeitpunkt her ganz schlecht zusammen“, erklärt Kirsten Wilzki. Der computergestützten Antragstellung kann die Landwirtin indes nur Gutes abgewinnen: „Das Programm profil inet ist sehr komfortabel. Damit lässt sich gut arbeiten. Und auch mit dem Programm AgroView online zur Flächendigitalisierung kommt man ganz gut klar.“ Von Vorteil sei etwa, dass die betrieblichen Stammdaten und die Vorjahreskennzahlen quasi per Mausklick übernommen und dann bearbeitet werden können. Einen höheren Aufwand erfordern dagegen schon die Verknüpfungen der Flächen mit den fünfjährigen Fördermaßnahmen der zweiten Säule, wie Mulchsaatverfahren auf dem Ackerland oder der Vertragsnaturschutz mit den Schafen.

Die Flächenprämien für das Acker- und Grünland haben sich durch den sogenannten Gleitflug im Zuge der letzten Agrarreform inzwischen angeglichen und liegen nach Umlage der früher gekoppelten Beihilfen wie etwa der Mutterschafprämie im Landgut einheitlich bei rund 355 €/ha in diesem Jahr. Das Grünland ist dadurch gegenüber der Vergangenheit – entsprechend dem politischen Willen, die Tierhaltung zu fördern – besser gestellt worden.

„Jedem Landwirt wäre es sicher lieber, wenn die Erlöse für seine Produkte verlässlich auf einem Niveau liegen, mit dem ein rentables Wirtschaften möglich ist“, erklärt Thomas Prüfer, Geschäftsführer des Landgutes Krosigk, zum hohen bürokratischen Aufwand zur Erlangung der in der öffentlichen Diskussion zudem nicht unumstrittenen Beihilfen. „So aber sind die Direktzahlungen aus betriebswirtschaftlicher Sicht für uns Landwirte unverzichtbar“, betont er, auch in dem Wissen, dass durch den Pachtzinsanstieg der vergangenen fünf Jahre inzwischen etwa die Hälfte der Flächenprämie den Landeigentümern zufließt. Und eines weiß der Betriebsleiter, der im Ehrenamt dem Fachausschuss für Schaf- und Ziegenhaltung beim Landesbauernverband als Vorsitzender vorsteht, ganz sicher: „Die Schafhaltung könnte ohne die öffentlichen Zuwendungen für die Pflege unserer Kulturlandschaft nicht mehr existieren.“

 

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