• 2012
  • 06.09.
  • 2012.06.09.

Winterroggen im Boden

Die Herbstbestellung geht zügig voran. Am Donnerstag dieser Woche sind 34 ha Hybridroggen gedrillt, auf 70 ha wurde Futterroggen ausgebracht. Neu angelegt sind zudem 26 ha mit Grassamenvermehrung. „Wir liegen gut im Zeitplan“, versichert Peter Kaim.

Bevor es an diesem Morgen auf die ausgedehnte, leicht hügelige Fläche zwischen Ribbeck und Groß Behnitz geht, wird erst einmal ordentlich vorgesorgt. Olaf Möhring beschickt die Drillmaschine, unterstützt von Azubi Jan-Ole Groth. Sorgfältig dirigiert der erfahrene Mitarbeiter den mit Saatgut der Sorte „Visello“ gefüllten Big Bag, achtet darauf, dass kein Korn verlorengeht. Jan-Ole reicht mehrere Eimer, die mit Saatgut eigenen Populationsroggens gefüllt sind. Dieser Zusatz von etwa zehn Prozent sorgt für eine bessere Blühleistung des Roggens,  hilft zugleich gegen Mutterkornbefall. 

Als Olaf Möhring dann die Ackerfläche  erreicht und die ersten Meter gedrillt hat, stoppt er den Schlepper. Kurze Kontrolle, ob die Körner in der richtigen Tiefe von 1 bis 1,5 cm abgelegt sind. Nein, sie liegen zu flach, deshalb muss die Drillmaschine nachgestellt werden. Ein zweiter Test, dann ist Olaf Möhring zufrieden. Weiter geht’s. Nebenan pflügt Peter Aigster, der ein Praktikum auf dem Havellandhof absolviert. Der junge Mann aus Bayern geht souverän mit der Technik um, zieht gleichmäßig Furche um Furche, damit auch hier anschließend Winterroggen gedrillt werden kann.

Zum gleichen Zeitpunkt führt Hartmut Siebert vier Achtklässler aus Rathenow über den Hof. Janis, Chris, Felix und Nick interessieren sich für die Biogasanlage, aber auch die Jungrinder haben es ihnen angetan. Regelmäßig besuchen Schüler aus dem Landkreis den Betrieb, lernen die Abläufe kennen, legen bei einfachen Arbeiten selbst mit Hand an. Die Ländliche Erwachsenenbildung in Friesack steuert das Projekt der berufsorientierten Maßnahmen, das die Ribbecker Landwirte gern unterstützen. Schließlich geht es darum, frühzeitig  geeigneten Nachwuchs zu finden. Janis dürfte dazu gehören. Den Blondschopf fasziniert vor allem die Technik. Schon mal ne Runde mit dem Trecker gefahren. „Na klar“, meint Janis.  

Peter Kaim ist an diesem Vormittag nicht im Betrieb, sondern besucht mit Azubi Valentin Simon Frerichs und der Praktikantin Katharina Räthel den Futterbautag der Deutschen Saatenveredlung in Bückwitz. Dort werden interessante Versuche vorgestellt, so die gemischte Aussaat von Mais und Bohnen auf einer Fläche. Der Bestand  macht einen viel vitaleren Eindruck als der Mais in Reinkultur, findet Peter Kaim. Anregung bekommt er in Bückwitz auch in Sachen Luzerne. Durch die enorm gestiegenen Sojapreise wird die „Königin der Futterpflanzen“ wieder interessant, weil sie mit wertvollen Inhaltsstoffen punktet und zudem die Fruchtfolge auflockern hilft. „Wir sollten auch die Luzerne fürs kommende Jahr ins Programm aufnehmen, vielleicht auf 20 ha“, sinniert Peter Kaim….

 

 

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