• 2013
  • 14.02.
  • 2013.14.02.

Visite nach dem Seminar

Was bedeutet eine nachhaltige Landwirtschaft? Welche Instrumente, Methoden und Techniken sind anzuwenden? Warum braucht der Landwirt ein Betriebsmanagementsystem? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt eines Seminars am 14. Februar im Schloss Ribbeck.

An der von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sowie der DEULA Nienburg organisierten Veranstaltung nahmen mehr als ein Dutzend Landwirte teil, darunter auch Peter Kaim vom Havellandhof. Es war eine geballte Ladung an Wissen, das die Referenten Edmund A. Spindler aus Hamm/Westfalen und Dr. Bernhard Wagner aus Taucha bei Leipzig vermittelten, so Peter Kaim: „Das muss man erst mal sacken lassen. Es lohnt sich allemal, über das Thema kritisch nachzudenken. Natürlich ist es im ureigensten Interesse des Landwirts, nachhaltig zu wirtschaften. Aber sind wir wirklich immer so konsequent dabei?“

Eine wichtige Botschaft, die vom Seminar ausging: Wem es ernst ist mit der Nachhaltigkeit, der kommt an einer Zertifizierung nicht vorbei. Ging es zunächst um theoretische Aspekte, standen am Nachmittag praktische Fragen im Vordergrund. Dazu gehörten die Erläuterungen zum Praxishandbuch „Naturschutzbrachen im Ackerbau“, die Rudolf Vögel vom Brandenburger Landesumweltamt gab. Danach stellte Peter Kaim den Havellandhof vor. Er präsentierte frisch gezogene Bodenproben, die von den Seminarteilnehmern ausführlich begutachtet wurden. „Der Anbau von Zwischenfrüchten und Untersaaten ist für uns ein ganz entscheidender Faktor. Es gibt keine Fläche, die im Winter unbedeckt ist.“ Anerkennung fand beispielsweise die Bodenprobe mit dem gut bestockten Futterroggen, der nach Raps gedrillt wurde. Daneben die Partie eines seit Jahren pfluglos bewirtschafteten Ackers, der erstaunlich wassergesättigt war. „Dafür haben die Regenwürmer gesorgt. Sie müssen nur immer etwas zum Knabbern haben“, betonte Kaim und schmunzelte. Auf den besseren Böden ließen sich so in vier Jahren sechs Ernten einfahren.  Anschließend ging der Ribbecker Landwirt mit seinen Berufskollegen zur Biogasanlage, die mit Mais- und Grassilage, aber auch Rindermist und –gülle beschickt wird. Die „Blechkuh“   produziert jährlich rund drei Millionen Kilowattstunden Strom, die dabei anfallende Wärme wird nicht nur für die Werkstatt und die hofeigene Trocknungsanlage genutzt, sondern versorgt auch ein gutes Dutzend Abnehmer in Ribbeck, darunter das Schloss. Das Gärsubstrat wird auf den Feldern ausgebracht, um Nährstoffe zurückzuführen. Eine Kreislaufwirtschaft,  ganz im Sinne nachhaltiger Landwirtschaft.                

 

 

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