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  • 12.04.
  • 2013.12.04.

Verpächter zu Besuch

Von dem Grünland, das der Havellandhof zumeist auf Pachtbasis bewirtschaftet, gehören rund zwei Dutzend Hektar dem Hamburger Dietrich Wiemann. Der Verpächter besuchte am Donnerstag den Betrieb.

Zuvor hatte er gemeinsam mit Peter Kaim an der alljährlichen Gewässerschau in Nauen teilgenommen. Da es sich jedoch um ein sehr dichtes System an Gräben und Vorflutern im Luchgebiet handelt, verzichten die Eigentümer und Bewirtschafter aus Zeitgründen auf eine Besichtigung vor Ort. Stattdessen trafen sie sich in der Nauener Stadtverwaltung, um aktuelle Probleme zu besprechen.

Dietrich Wiemann beanstandete in der Gesprächsrunde, dass die in seinen Grünlandflächen gelegenen Gräben im vergangenen Jahr erstmalig erst im November ausgemäht wurden.  In den Vorjahren fand dies nach Genehmigung durch die Naturschutzbehörde regelmäßig im Juli oder spätestens August statt. Die zugewachsenen Gräben ließen das aus dem Hinterland kommende Wasser bei starken Regenfällen nicht zügig abfließen. Wegen der späten Mahd der Gräben verteilen sich Samen von dort ausgereiftem Schilf und Binsen in den nassen Wiesenflächen. Es kommt zu einem vermehrten Bewuchs an Schilf und Binsen sowie sauren Gräsern. Dies könnte den Verlust der Förderfähigkeit zur Folge haben. Dietrich Wiemann gab zu bedenken, ob wegen des mächtigen Schilfbewuchses nicht ein zweimaliges Ausmähen der Gräben sinnvoll sei, so wie zu DDR Zeit mit Erfolg praktiziert. Desweiteren stelle sich die Frage, ob man angesichts  der randvollen Gräben und des in den Wiesen stehenden Wassers nicht besser am Schöpfwerk abpumpen solle als auf  den langsamen natürlichen Ablauf zu bauen. Dietrich Wiemann wünscht sich, dass eine tournusmäßige Abstimmung der Grabenausmahd mit den übrigen Poldern erfolgt, in jedem Falle aber wieder ein zeitiges Ausmähen. Laut Wasser- und Bodenverband  ist für 2014 vorgesehen, eine zweite Pumpe anzuschaffen.

Dietrich Wiemann erinnerte daran, dass es auch in den Vorjahren zu Vernässungen gekommen war. Die Befahrbarkeit der Grünflächen und Ernte des guten Futters war stark eingeschränkt oder sogar auf einigen Flächen unmöglich. „Dies hatte wirtschaftliche Einbußen bei der Grünfutterernte für die Havelland Hof Ribbeck GbR zur Folge, der  sogar Zusatzkosten für das Abmulchen des nicht abgeernteten abgestorbenen Grünlandbewuchses entstanden.“ 

Nach der Beratung nutzten Peter Kaim und Dietrich Wiemann die Gelegenheit zu einer kurzen Gewässerschau im eigentlichen Sinne. An den fast randvollen Gräben vorbei ging es zu den Grünlandflächen bei Bergerdamm, die teilweise noch unter Wasser stehen. Dietrich Wiemann vermutete, dass durch den wechselnden oder erhöhten Wasserstand viele Birken eingegangen sind. Der Hamburger bescheinigte dem Ribbecker Landwirt, sich trotz der widrigen Bedingungen sehr um die Pflege des Grünlands zu kümmern.

Auf den Feldern des Havellandhofs konnte nach mehrwöchiger Wartezeit inzwischen der Hafer gedrillt und auf den befahrbaren Flächen Gärsubstrat zur Düngung ausgebracht werden. Vor drei Tagen wurde zudem für die zweite Gruppe des Milchkuhbestandes der Auslauf geöffnet. „Das ist wichtig für das Wohlbefinden unserer Kühe“, betont Peter Kaim. „Die können es auch kaum noch erwarten, dass es endlich Frühling wird!“

 

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