• 2013
  • 07.02.
  • 2013.07.02.

Sorgfalt zahlt sich aus

Im Büro der Milchviehanlage geht Norbert Sommer die Liste der Milchkühe durch, die demnächst abkalben. Bislang gibt es keine Auffälligkeiten. Zur gleichen Zeit prüft Annett Oesterreicher die Milch einer Kuh, die vor wenigen Tagen abgekalbt hat.

Die Probe wird in eine Art Minireagenzglas abgefüllt und dann in einen Hemmstofftester gegeben. Nach einer Heizdauer von drei Stunden zeigt dieser an, ob die Milch unerwünschte Fremdstoffe enthält. „Bislang gab es nichts zu beanstanden“, versichert die Melkerin. Dann gehen beide noch mal die Rationen für die Hochlaktationskühe durch. „Das alte Sprichwort, wonach die Kuh durchs Maul melkt, ist immer noch gültig“,  meint Norbert Sommer. Die Ration je Kuh setzt sich aus 25 kg Maissilage, 14 kg Grassilage, 4 kg Maisschrot, 2 kg Sojaschrot, 1,5 kg Rapsextraktionsschrot und 1,5 kg Melasseschnitzel zusammen. Hinzu kommen 0,35 kg Mineralfutter, 0,3 kg Futterstroh und seit Kurzem auch 2 kg Lupinenschrot. Wie reagieren die Wiederkäuer auf diese neue Komponente? „Das lässt sich nach knapp anderthalb Wochen noch nicht beurteilen“, antwortet Norbert Sommer. „Aber nach der nächsten Untersuchung durch das Labor des Landeskontrollverbandes wissen wir mehr.“

Das Futter für den weiteren Teil der Milchviehherde weist einen höheren Anteil an Grassilage, dafür einen geringeren Anteil an Maissilage auf. Der Anteil des Kraftfutters macht etwa die Hälfte aus. Die Zusammensetzung geht auf eine Empfehlung der Futterberatung zurück. Norbert Sommer räumt zwar ein, dass er lieber etwas mehr Futterstroh als vorgesehen verabreicht. „Die Wiederkäuer brauchen doch ordentlich was zum Verarbeiten!“ Aber generell die Ration zu verändern oder sich gar aufs Experimentieren einzulassen kommt für ihn nicht in Frage.

Auf ordentliche Qualität des Futters zu setzen, hat sich für die Ribbecker immer noch ausgezahlt. Ihre Milch weist einen hohen Anteil an Inhaltsstoffen auf. Dennoch gab es im Januar ein Alarmsignal. Die Molkerei hatte bei einer Anlieferung eine Keimzahl festgestellt, die über 100 000 lag. Daraufhin wurde der gesamte Bereich vom Melkstand bis zum Milchtank durchgecheckt. Bei Letzterem stellte sich ein Defekt bei der Spülung heraus. Dieser wurde behoben, zugleich erfolgte ein Wechsel sämtlicher Milch führender Teile. Das nächste Gemelk wies wieder die gewohnte Qualität auf. Kein Anlass also für die Molkerei, beim Milchgeld Abzüge vorzunehmen.  „Das soll auch so bleiben“, versichert Norbert Sommer.    

 

 

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