• 2013
  • 07.11.
  • 2013.07.11.

Sicherheitscheck für Biogasanlage

Biogasanlage Havellandhof Ribbeck

© Wolfgang Herklotz

Bildgalerie: Sicherheitscheck für Biogasanlage


Das im niedersächsischen Melle ansässige Unternehmen hatte die Anlage vor drei Jahren errichtet. Die Ribbecker nutzen jährlich das Angebot einer Servicebegehung, obwohl es keineswegs zum Nulltarif erfolgt. Peter Kaim: „Hier zu sparen wäre aber fehl am Platz. Betriebssicherheit geht vor.“

 

In einem mehrstündigen Verfahren untersuchen Michael Kampmann und Michael Wilken die Anlage. Sie überprüfen die gesamte Technik auf ihre Funktionstüchtigkeit, nehmen Vergleichsmessungen vor und checken die Gärbehälter auf mögliche undichte Stellen. Im Ergebnis der Gasqualitätsmessung werden Verschleißteile gewechselt und neu kalibriert. Wenn das nächste Mal das Dach geöffnet wird, sollte das Entschwefelungsnetz gesäubert beziehungsweise ersetzt werden, empfehlen die Fachleute aus Melle. Ein weiterer Tipp von ihnen: Es lohnt sich, eine zweite Chipkarte für die Steuerung der Anlage anzuschaffen. Denn wenn die alte Karte nicht mehr funktioniert, droht ein mehrstündiger Ausfall.

 

Während die beiden Spezialisten aus Niedersachsen ihre Ergebnisse protokollieren, gehen die Wartungsarbeiten auf dem Hof weiter. Azubi Jan-Ole Groth säubert das Frontmähwerk nach den zahlreichen Einsätzen auf dem Grünland. Zugleich wechselt er den Keilriemen und die Klingen. Gero Hübner und Olaf Möhring kümmern sich um den Kalkstreuer, der verschleißbedingt ausgefallen ist. „Kein Wunder nach all den Jahren. Das Gerät nutzen wir ja schon seit 1999“, versichert Kaim.  Ohnehin zwingt die regenreiche Witterung der vergangenen Tage zum Pausieren beim Verteilen auch des organischen Düngers. Bis die Böden wieder einigermaßen abgetrocknet sind, kann die  Zeit mit den notwendigen Wartungs- und Reparaturarbeiten gut überbrückt werden. 

 

Ein echtes Ärgernis ist lediglich, dass wieder Langfinger am Werke waren. Über Nacht wurde aus den zwei auf dem gesicherten Hofgelände abgestellten Traktoren Diesel abgezapft. Insgesamt wurden rund 330 Liter gestohlen. Überdies ließen die Diebe auch den erst vor wenigen Monaten angeschafften Rasentraktor mitgehen. Zwar konnten die Ribbecker noch Reifenspuren vom Fahrzeug der Täter fotografieren, doch für die Polizei war dies kein verwertbarer Hinweis. Vergeblich dürfte auch sein, die Versicherung zu bemühen. Denn dies hieße, die Teilkasko in Anspruch zu nehmen, die wiederum einen Eigenanteil voraussetzt und künftig  dann eine höhere Prämie bedingt. „Wir werden den Schaden selber tragen müssen“, erklärt Kaim. Ein Trost: Der Kaim Agrar-Service bekommt einen Teil der Stromsteuer zurückerstattet. Es handelt sich um jenen Strom, der für den Betrieb des Blockheizkraftwerks an der Biogasanlage benötigt wurde. Dank eines eigens eingebauten Zählers kann der Eigenverbrauch nachgewiesen werden. Die Gutschrift dürfte sich auf rund 1.000 Euro belaufen – immerhin!

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