• 2013
  • 08.08.
  • 2013.08.08.

Regenattacke auf den Raps

Der Mähdrescher hat heute Pause. Die reichlichen Niederschläge haben ihre Spuren auf den Feldern hinterlassen.

Besonders erwischt hat es den Rapsschlag „Ochsenkoppel“ unweit des Flugplatzes Bienenfarm. „Es waren orkanartige Schauer, die hier schon am Dienstag niedergingen“, berichtet Peter Kaim. „Innerhalb weniger Stunden kamen 25 Liter pro Quadratmeter zusammen.“ Stellenweise sind die Ölpflanzen ins Lager gegangen, zwischendrin liegen abgebrochene Äste und Zweige, die jetzt mühsam entfernt werden müssen. „Zum Glück haben wir es kaum mit aufgeplatzten Rapsschoten zu tun“, gibt sich Kaim nach einer ersten Bestandsaufnahme optimistisch.

Der Ribbecker nutzt an diesem Tag die Gelegenheit, einige Proben von dem am Wochenende gereinigten und gebeizten Saatgut zu verpacken. Die exakt beschrifteten Tüten mit Angabe der jeweiligen Sorte enthalten Körner von Winterweizen, -roggen und –gerste sowie Futterroggen. Bringt er in die im Nachbarort gelegene Versuchsstation Berge der Humboldt-Universität, Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte. Der Havellandhof und die Versuchsstation kooperieren eng miteinander. So werden auf den Ribbecker Flächen wissenschaftliche Versuche beispielsweise zur künstlichen Herstellung von Humus vorgenommen. Der Havellandhof wiederum profitiert von Sortentests und Labortechnik der Forschungseinrichtung. Dr. Andreas Muskolus, der Leiter der Versuchsstation, lässt es sich nicht nehmen, die Saatgutproben persönlich auf ihr Tausendkorngewicht zu untersuchen. Nur wenige Minuten später hat Peter Kaim den ersten Befund in der Hand. Die Analyse ergibt für die Winterweizensorte Potenzial den exakten Wert von 46,06. Ein guter Mittelwert, befindet der Landwirt. „Nun kann ich die Keimfähigkeit ermitteln, um danach die exakte Aussaatmenge zu bestimmen“, erklärt er. Denn diese ist beim zugekauften wie auch beim selbst erzeugten Saatgut ein entscheidender Faktor für hohen Ertrag und möglichst niedrige Kosten.

Neu auf dem Havellandhof ist Katharina Sailer. Die junge Frau studiert Agrarwissenschaft an der Berliner Humboldt-Uni und absolviert seit Anfang dieser Woche ein mehrwöchiges Praktikum in Ribbeck. „Das wäre auch in einem Institut möglich gewesen. Aber Praxisluft zu schnuppern ist allemal besser“, meint die Stuttgarterin. Und hatte gleich die erste Bewährungsprobe zu bestehen. Der in der Vorwoche abgeerntete Haferschlag an der B5 war zu bearbeiten. Kurze Einweisung in den Umgang mit Schlepper sowie Scheibenegge und los gings. Eine Premiere, doch das Halbtageswerk fand Anerkennung. Nachdem Katharina mit Besen und Harke im Bergeraum und auf dem Blumenfeld im Einsatz war, schwingt sie jetzt den Pinsel, um die Armierung am Eingang des Jungrinderstalls mit Rostschutz zu versehen. Zu tun gibt’s auf dem Havellandhof immer reichlich.

 

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