• 2013
  • 25.07.
  • 2013.25.07.

Raps nach Roggen und ein kleines Malheur

Eigentlich sollte es an diesem Tag schon in den Raps gehen. Doch nach der Kontrolle stellte sich heraus, dass die Ölfrucht noch ein bis zwei  Tage bis zur Druschreife braucht. Deshalb wird zuerst der Roggen teilweise vom Feld geholt.

Dieser, zumindest die frühreifende Populationssorte Dukato, wurde bislang auf 40 Hektar geerntet. Olaf Möhring nutzte die warme Witterung bis kurz vor Einbruch der Dunkelheit, um den Winterroggen zu dreschen. Der Ertrag liegt bei durchschnittlich 62 dt/ha. Allerdings hat  ein Teil des Erntegutes noch einen hohen Feuchtegehalt von 17 %. Dennoch werden täglich zwischen 10 und 15 ha abgeerntet, da das Getreide in der hofeigenen Anlage getrocknet werden kann. Es war eine kluge Entscheidung, die Abwärme der Biogasanlage auf diese Weise zu nutzen, meint Olaf Möhring voller Anerkennung. „Damit steht die Ernte nicht mehr ganz so heftig unter Zeitdruck wie früher.“ Um den Transport der mit dem Druschgut gefüllten Container kümmert sich Jan-Ole Groth, der schon routiniert mit der schweren Technik umzugehen versteht. Diese Woche ist seine letzte im ersten Ausbildungsjahr. Seine persönliche Zwischenbilanz fällt ebenso positiv wie knapp aus. „Ich fühle mich wohl hier.“

Was zweifellos mit dem Teamgeist auf dem Havellandhof zu tun hat. Obwohl jeder Mitarbeiter in diesen Tagen 12 bis 14 Stunden auf den Beinen ist, wird ohne Murren kräftig zugepackt. Bevor Mähdrescher und Ballenpresse vom Hof rollen, nutzen Gero Hübner, Robert Jäkel und Jan-Ole Groth die Zeit für Reparaturen an der Technik, während Hartmut Siebert mit den beiden russischen Praktikanten das mit Gras gut gefüllte Silo abdeckt. Voll im Einsatz ist auch Peter Kaims Sohn Philipp. Mit dem Frontlader holt er an diesem Tag Haferstrohballen von den Flächen des Jugendhofs Berge. Während viele seiner Mitschüler jetzt  die Ferienzeit genießen, hilft der angehende Abiturient im väterlichen Betrieb gern mit aus. Gemeinsam mit dem Junior verzurrt Peter Kaim die Ballen zum sicheren Abtransport. Er  freut sich sichtlich nicht nur über Philipps Leistung, sondern auch über die Qualität des goldgelben Haferstrohs und über das gut entwickelte Kleegras zwischen den Haferstoppeln. „Jetzt kann die Untersaat richtig loslegen.“

Auf der Rückfahrt trifft sich Kaim mit Dr. Ulrich Völkel von der Karner Düngeproduktion. Der Regionalbetreuer des in  Österreich ansässigen Unternehmens ist den Ribbeckern ein wichtiger Partner in Sachen Bodenuntersuchung und Nährstoffmobilisierung. Beide begutachten eine Rapspflanze, die Kaim am Vormittag vom Feld geholt hat. Sind die Schoten schon reif für den Drusch? Klares Fazit: Morgen, spätestens übermorgen geht es in den Raps!

Am Morgen hatte es ein kleines Malheur gegeben. Ein Teil der bestellten Lieferung von 1 000 Tonnen Magnesiumkalk war von der mecklenburgischen Speditionsfirma nicht an der richtigen Stelle abgekippt worden und blockierte nun den Wirtschaftsweg bei Selbelang. Peter Kaim fuhr sofort mit dem vor wenigen Tagen von der Nauener BLT-Niederlassung bezogenen Teleskoplader los, um den Weg zu beräumen. Eine zusätzliche Arbeit, aber für den Ribbecker kein Grund zum Grollen. „Da kann sich die neue Technik gleich bewähren.“

 

comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr